Kein Datum ! . . . ( 30.12.1945 *)

Dass aber nächtlich …*

Dass aber nächtlich
an den Rändern
meiner Insel
schleicht die Drohung,
05 schleichen Aengste
und der Tod,
blindlings zertretend
kaum zur Sonne
fröhlich entrollte,
10 blasse Blüten,
als ob nicht mehr
er unterschiede vom
matt gewelkten, das 
freudig ihm zufällt, 
15 Junges, Bewegtes. 
Solchem weine ich, 
solcher Verwirrung, 
meiner Tränen
manche des Nachts;
20 denn das Weh,
das je uns verbrennet,
zieht die Seele
tief aus dem Brunnen,
wo im Grunde
25 weint seit dem Anfang
unsrer Verbannung
hilflos die Trauer
jeden Geschöpfs.
Was bedarf ich
30 dann noch des Trostes Weg
tastender Worte?
Weg gibt's ja keinen
aus dem Walde
unseres Leides,
35 weil am Saume
wehrt ein Engel mit
feurigem Schwert die
Pforte zum Garten.
Drum nur tröstet
40 mich deine Stille
und dein schweigend
toroffenes Auge,
wo meine Trauer
eingeht zur andern,
45 eingeht zur Trauer
aller Geschaffenen.

Klage nimmer,
dass du nicht Worte
und nicht Beistand
50 kluger Mahnung
findest zu sagen: // 02
Weil meine Trauer
vor deines offenen
Angesichts Tor,
55 freudeerstaunend,
schnell, die Verirrte,
löst sich von mir und
kehrt zu den Schwestern,
sinkend in deine
60 Tiefe hinab,
darum bist du
Trost mir des Nachts.

  • Besonderes:

    3 Durchschläge (2 Bll, enger Durchschuss)

  • Letzter Druck: Unpubliziert
  • Textart: Verse
  • Datierung: ohne Datumsangabe
  • Fassung: Erste Fassung, Letzte Fassung
  • Strophen: ja
  • Schreibzeug: Schreibmaschine
  • Signatur: E-02-A-01/k
  • Seite / Blatt: 01, 02
  • Status Text: Kontrolliert
  • Priorität: Hoch
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