Datiert: 1955

"Und wer in den Schlaf sich stürzen will…*" (Lorca)

"Und wer in den Schlaf sich stürzen will,
verletzt sich die Füsse an einer Rasiermesserschneide";

wer aus der düsteren Tür seines Wachens
auf den Lavamittag der Schwelle heraustritt,
05 den schneidet in den nackten Fuss seines Auges
das Messer der Flamme, die von der Kohle
züngelt und den Falter verbrennt:
Die Amselkohle steigt, gemehrt um des Wurms
verhinderten Flug; die Schnabelflamme
10 zittert, unersättlich, jetzt im Gesang
und schneidet nochmals, schneidet jetzt
in den anderen nackten Fuss, den Ohrfuss,
der sich aus der düsteren Tür seines Wachens
nachstürzen will in des brodelnden
15 Schlafmittags Lava.

  • Details:

    V. 08 Direktkorrektur: Winters → Wurms

  • Besonderes:

    Typoskript + 2 Durchschläge
    Zu den Motiven vgl. Raebers Notizbuch-Notate zu Lorca und Musil (NB 1954-55)

  • Letzter Druck: Unpubliziert
  • Textart: Verse
  • Datierung: Jahresangabe
  • Fassung: Letzte Fassung
  • Strophen: ja
  • Schreibzeug: Schreibmaschine
  • Signatur: A-5-c/12_006
  • Werke: Bd. 7, 73
  • Seite / Blatt: 01
  • Status Text: Definitiv
  • Priorität: Hoch

Inhalt: 24 Typoskripte zu 23 Gedichten (8 Endfassungen)
Datierung: 1955
Textträger: Einzelblätter (A4-Format)
Umfang: 24 Dossiers zu je einem Gedicht (außer der Doppelung Nr. 8/21)
Publikation: Die verwandelten Schiffe (12 Gedichte), GEDICHTE (1 Gedicht), Verstreutes (2 Gedichte)
Signatur: A-5-c/12 (Schachtel 36)
Herkunft: Rote Mappe 1955 G

Kommentar: Typoskript-Reinschriften (alle gleichartig) mit meist mehreren, z.T. bis 5 Durchschlägen; meist Langzeilen;
Texte i.d.R. identisch mit Druckfassung; alle unten mit Jahreszahl 1955 datiert
Wiedergabe: Edierte Texte

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