Entstanden: 10. März 1956

Sein Purpur rollt, wie er im Park lustwandelt,
fast bis hinab ins Wasser, das
violett bescheiden ihn mahnt zur Rückkehr 
in die Zimmer. 
Doch wie er schon fast gehorcht,
05 fasziniert ihn das Sternbild,
das, die bunten Lichter wechselnd,
schnell aus dem Osten herfährt,
so schnell, dass er erschrickt // 077
und es aufzuhalten[,] den heiligen Nikolaus
zu bitten unternähme, 
10 wenn ihm nicht klar wäre, dass es sich handelt um
das Kursflugzeug nach Rom:
Das Rosenbeet bleibt, einzige Robe,
purpurn am Strand
unter des Sternbildes letztem Donner,
15 wenn er im kleinen Hauskleid Limonade trinkt
und die beschwört, die dort schon lange hängen,
die Himmelsfunkelbilder, dass sie bleiben.
Denn, wer bewunderte noch mit Verstand,
wenn alle flögen weg nach Rom,
20 wer bewunderte dann noch mit Verstand und Ehrfurcht // 078
die Robe seiner Würde, wo
gelegentlich Matrosen schon auf Paddelbooten
kommen und ihn 
zusammen mit den Pfauen in seinem Park fotografieren
und sich begnügen, ihm freundlich „Schönen Dank“
zu sagen, 
25 wenn er ihre Zigaretten ablehnt.

SYNOPSE aller Fassungen:
Infos
  • Details: V. 09 Nikolaus] Variante zu Januarius
    V. 03 Emendation: in → ihn
    V. 17 Emendation: HimmelsFunkelbilder → Himmelsfunkelbilder
  • Letzter Druck: GEDICHTE 1960
  • Textart: Verse
  • Datierung: vollständig
  • Fassung: Erste Fassung
  • Schreibzeug: Bleistift
  • Signatur: A-5-c/10
  • Seite / Blatt: 076, 077, 078