Entstanden: 04. Februar 1956

Der Flüsse Läufe sind aufs Meer hin peinlich,
doch dieser Wirbelschnee auf vieler Füsse Läufe
hin eingestellt:
Die kahlen Bäume sehn, aufatmend,
05 ermüden Wirbelschnee und vieler Füsse Läufe
und sehn sich dann, erstaunt, aufgrünen, blühen
mit Blumen, Gras und Strauch. 
Der Flüsse Läufe aber, stur, sind peinlich
aufs Meer aus, denn das ist, so meinen sie, die Pflicht.
Und diese treibt sie, ganz gesammelt,
10 und aller Zerstreuung ganz abgeneigt,
und täglich abgeneigter, genügen sie ihr // 062
und graben sich bitterer ins alternde Gesicht.
Noch hie und da da gibt es einen,
der ist nicht achtsam, träumt und läuft zuweilen über
15 und tut es gleich im Spiel, dem See, dem Meer.
Doch rufen ihn die Flüssemeister bald zur Ordnung.
Weil sonst er bald noch in die Berge liefe
und würfe sprühend Gischt an deren befremdet,
eisig höflich stumme Wand. 
Da es darauf doch ankommt, dass sie präzise laufen,
20 und ermüdet zu halten und zu ruhen
überlassen dem immer unverlässlichen, 
dem Wirbelschnee, der vielen Flüsse Läufen,
den Bäumen, die mit breiter Pose stehen und dann, // 063
weil sie glauben, dass ein Passant gekichert habe,
sich wieder einziehn in betonte Kahlheit.

SYNOPSE aller Fassungen:
Infos
  • Letzter Druck: Verstreutes
  • Textart: Verse
  • Datierung: vollständig
  • Fassung: Erste Fassung
  • Schreibzeug: Bleistift
  • Signatur: A-5-c/10
  • Seite / Blatt: 061, 062, 063