Entstanden: 22. Januar 1956

Wenn du dich losmachst, Nymphe, nicht
will ich zum Wasser, das sich durch die Felsen windet,
steigen, 
ich will im Sommermittag nicht hinab zum Wasser,
das sich durch die Felsen windet, steigen,
05 wenn du dich losmachst, Nymphe, aus dem Wasser.
Wenn Schnee hinabfällt in den
Abgrund will ich fröstelnd steigen, 
im Winter in die Schlucht, wo sich das Wasser windet
und sich sicher keine Nymphe, im mittaglosen,
schattenlosen Tag losmacht aus dem Schatten.
10 Da wird es seine neue Puppe tauchen in die Badeflut,
die Puppe mit der Spitzenschürze und dem Häubchen,
die in der Hand den kleinen Teppichklopfer hält:
es wird die Puppe tauchen, wenn der Schnee hinab // 045
fällt in den Abgrund und mittagschattenlos die Wasser
um die Windung treiben: 
15 da wird die Puppe als die Nymphe lächeln
und mit der Nymphe, die sich nicht macht los,
verschmelzen mit der Nymphen Sonnenmittagwendung
in das Wasser 
und wird im Winter mitten reissen in den Wellen 
das Kind und in des schattenlosen Wassers wilde 
Wendung: 
20 die Puppe mit der Schürze und dem Häubchen,
die in der Gummihand den Teppichklopfer hält,
die Nymphe, weh, die sich im Sommer losmacht aus
dem Wasser, 
die sich im mittaglosen Winter, weh, dem Wasser
zugewendet.

SYNOPSE aller Fassungen:
Infos
  • Besonderes: Notiz (S. 126/127):
    Die Mitte des Tages ist der Augenblick der Epiphanie der Nymphen. Wer sie sieht, verfällt einem nymphologischen Enthusiasmus, so Teiresias, der Pallas und Chariklo¿ sah, oder Aktäon, der Artemis mit ihren Nymphen entdeckte. Daher ist es empfehlenswert, um die Mittagszeit sich keinen Quellen, Brunnen, Wasserläufen zu nahen, auch nicht dem Schatten zwischen Bäumen. Eliade 236-37
  • Letzter Druck: Unpubliziert
  • Textart: Verse
  • Datierung: vollständig
  • Fassung: Erste Fassung
  • Schreibzeug: Bleistift
  • Signatur: A-5-c/10
  • Seite / Blatt: 044, 045