Du sollst nicht ziehen am Band, mein Lamm,
als wolltest du weglaufen und
hinauflaufen den Zickzackweg
durch die Felsen und durch das
Eis auf den Berg Gauri Sankar, // 012
Sondern hier sollst du bleiben bei mir auf
den Knien der Mutter,
statt weg und hinaufzulaufen den Zickzackweg
durch Felsen und Eis zum See ganz oben.
05Der ist nun zugefroren und tot liegt im Grund
die schuppige Schlange, // 013
sodass wir mit ihr nicht mehr spielen können.
Und auch wir würden sicher bald alle beide erfrieren.
Lass lieber locker das Band und bleib auf den
Knien der Mutter,
mein Lamm am grasigen, blumigen Fuss
des eisigen Bergs Gauri Sankar.
Gauri Sankar: Maria, Jesuskind und Lamm (b*)
- Details
- Konvolut: Notizbuch 1955-57
- Details: V. 04 Emendation: oben, → oben.
- Letzter Druck: Unpubliziert
- Textart: Verse
- Datierung: vollständig
- Fassung: Zwischenfassung
- Schreibzeug: Bleistift
- Signatur: A-5-c/10
- Seite / Blatt: 011 (unten), 012, 013

Du sollst nicht ziehen am Band, mein Lamm,
und blals wolltest du
und bleiben und nicht weglaufen und nicht
hinauflaufen den Zickzackweg auf
den durch die Felsen und durch das
Eis auf den Berg Gauri Sankar, //

Sondern hier sollst du bleiben bei mir auf
den Knien der Mutter, wo uns ihr
Antlitz herabscheint und abmahnt
und uns mahnt, damit du nicht mich
statt↓weg und
statt hinaufzulaufen den Zickzackweg zum See ganz
durch Felsen und Eis zum See
ganz hoch auf dem Berg Gauri Sankar
oben am Gipfel .,
wo wir sicher↓bald
wo wir sicher alle beide erfrören. ×
[ Hier sollst du bleiben bei mir auf den Knien der Mutter
im Gras und den Blumen, mein Lamm, am
Fuss des Bergs Gauri Sankar. ]
05 ×Der ist abernun zugefroren und tot darin liegt im Grund,
die schuppige Schlange, //

sodass wir nicht mehr spielen mit ihr nicht mehr
spielen können.
Und auch wir beide würden sicher bald alle beide
erfrieren.
Lass↓lieber
Lass locker das Band und bleibeb bei mir auf den
Knien der Mutter,
im Gras und den Blumen, mein Lamm, am Fuss
des Bergs Gauri Sankar.
mein Lamm am grasigen, blumigen Fuss
des eisigen Bergs Gauri Sankar.
13.10.55
Inhalt: Notizen, 42 Entwürfe zu 37 Gedichten (1 Endfassung)
Datierung: 6.10.1955 – 7.4.1957
Textträger: schwarzes Notizbuch (Krokodil, Plastik), Bleistift
Umfang: 130 beschriebene Seiten
Publikation: Die verwandelten Schiffe (10 Gedichte), GEDICHTE (5 Gedichte), Verstreutes (3 Gedichte)
Signatur: A-5-c/10 (Schachtel 29)
Spätere Stufen: Manuskripte 1955, 1956, 1957, Typoskripte 1955, 1956, 1957
Kommentar: Die Prosanotate, von hinten her bis S. 117 eingetragen, entstammen der Legenda aurea des Jacobus de Voragine und den religionswissenschaftlichen Studien von Mircea Eliade
Wiedergabe: Edierte Texte, Abbildungen, Diplomatische Umschriften (auch von den Prosanotaten)