Entstanden: 06. Februar 1956

[ Am Rand lag ich und trat aus dem Schlaf 
hinein in dies Glänzen aus 
der Schachttiefe, mir Zuglänzen,
die Tür meines Schlafs war nur offen dahin in dies
dunkle Glänzen 
der Rätselfrage: sind dies meine Augen nochmals,
die Spiegel, 
05 denen ich tief unten im Schacht begegne:
ich trat durch die Tür, entlassen vom Schlaf 
und stürzte hinab, 
Ich falle, falle: das Auge, das Antlitz, das
dunkle Glänzen 
bleibt immer fern unten, immer lockt es; 
nur dass die Sonne, die eben noch den
Gegenglanz gab, // 068
10 den hellen, entschiednen, nun nicht mehr leuchtet
und dass jetzt die Wände nass widerspiegeln
den Blick des unteren dunkeln, 
des unbekannten Spiegels:
Darein ich mir selber begegne:
selber bleibe getrennt, 
wenn ich falle, Ball, verloren vom Kind in der Höhe
15 aufgefangen warm vom Kind in der Tiefe?
Nie aufgefangen, und immer fallend im Schacht ]

SYNOPSE aller Fassungen:
Infos
  • Details: Titel zuerst: Der Schacht
  • Besonderes: Text durchgestrichen; wohl durch das Folgegedicht Der Schacht ersetzt
  • Letzter Druck: Verstreutes
  • Textart: Verse
  • Datierung: vollständig
  • Fassung: Erste Fassung
  • Schreibzeug: Bleistift
  • Signatur: A-5-c/10
  • Seite / Blatt: 067, 068 (oben)