Entstanden: 21. März 1954

Der efeubekränzte Jüngling kommt trunken in eine Felsenhalle tief im Meer. Er grüsst. Die Najaden, berauscht, geraten in Verzückung und beginnen vor ihm einen Tanz. In dessen Verlauf sie eine Blume vom Gewölbe pflücken und ihm übergeben. Die Blume zieht ihn aufwärts. – Die Halle und das Meer versinken, er, ernüchtert, still, steht auf dem Platz der Stadt und, sein Gesicht in die Blüte senkend, wird erfasst von neuem Wahnsinn, lässt die Blume fallen und eilt hinauf auf einen Felsvorsprung am Rand der Stadt, springt hinab. Die Meermädchen, aufgetaucht, grüssen ihn als den Vogel, als der er, verwandelt, // 013 über sie wegfliegt. – Unterdessen hat das Mädchen die Blume aufgelesen und in einem Korb davongetragen, geht damit durch einen unterirdischen Gang, tritt hinaus in den Hain: wie sie den Korb öffnet, fällt auch sie vom Duft in Wahnsinn, stürzt weg, schon brennend, bis sie der Faun ergreift und davonträgt, denn der Duft ist Flamme geworden und lässt den Hain rot brennen, während der Rest der Bühne allmählich dunkel wird, Chor der Najaden, wechselnd mit dem darüber hinfliegenden Vogel.

Infos
  • Besonderes: Vgl. Notizbuch 1952-54, "Die Blume"
  • Letzter Druck: Unpubliziert
  • Textart: Prosanotat
  • Datierung: vollständig
  • Fassung: Erste Fassung, Letzte Fassung
  • Schreibzeug: Bleistift
  • Signatur: A-5-c/07
  • Seite / Blatt: 012, 013
  • Textverweis: Die Blume