Dass aus den Quallen,
aus dem Wogenwühlen,
herangewühlt ans Land
der tote Fisch,
05 der dunkle Fisch,
nach langem Wandern durch die Ozeane
an dieser Insel Ufer
aus dem Maul entlässt verschlammt,
und ganz in Quallen fallend auf den Sand
10 den Knaben, den die Leute
zaghaft, nahetretend,
aus dem Gestank geborstnen Bauchs befrein.
Sie dachten, dass er in der Blume käme,
die still her schwämme in der hellen Nacht:
15 er sässe sinnend mitten in der Knospe,
die spränge über seinem Haupte auf.
Und nun erschreckt sies,
dass er in dem Fisch,
dem grossen Leichnam, den die Stürme bringen,
20 herankommt,
ganz im Stank und Schleim des Magens [der], // 012
der lächelt nun und geht
voran zur Stadt zurück,
als ihn die Weiber wuschen.
Der Knabe im Fisch (a*)
- Details
- Konvolut: Notizbuch 1954-55
- Besonderes:
Notiz (S. 130):
Der Knabe steigt aus einem toten Fisch, der ans Land geschwemmt wird, oder aus einer Blume, die sich auf dem Wasser schwimmend öffnet. Oder: Der Fisch trägt einen Toten ans Land. - Letzter Druck: Unpubliziert
- Textart: Verse
- Datierung: vollständig
- Fassung: Erste Fassung
- Schreibzeug: Bleistift
- Signatur: A-5-c/07
- Seite / Blatt: 011, 012 (oben)

Der Knabe im Fisch
Dass aus den Quallen,
aus dem Wogenwühlen,
herangewühlt ans Land
der tote Fisch,
05 der dunkle Fisch,
nach langem Wandern durch die Ozeane
an dieser Insel Ufer
aus dem Maul entlässt verschlammt,
und ganz in Quallen fallend auf den Sand
10 den Knaben, den, die Leute
die zaghaft, nahetretend,
aus dem Gestank geborstnen Bauchs befrein.
Sie dachten, dass er in der Blume käme,
die still heranschwimmt
die still herschwiämme in der hellen Nacht:
15 er sässe sinnend mitten in der Knospe,
die spränge auf über seinem Haupte auf.
Und nun erschreckt sies,
dass er in dem Fisch,
dem grossen Leichnam, den die Stürme bringen,
20 herankommt,
ganz im Stank und Schleim des Magens der, //

der lächelt nun und geht
voran zur Stadt zurück,
als ihn die Weiber wuschen.
21.3.54
Inhalt: 57 Entwürfe zu 42 Gedichten, Notate zu szenischen Texten, Motiv-Notizen
Datierung: 14.1.1954 – 3.10.1955
Textträger: Hellbraunes Notizbuch, liniert, Bleistift
Umfang: 130 beschriebene Seiten (S. 94-114 fetter schwarzer Bleistift)
Publikation: Die verwandelten Schiffe (19 Gedichte), GEDICHTE (1 Gedicht), Verstreutes (4 Gedichte)
Signatur: A-5-c/07 (Schachtel 29)
Spätere Stufen: Manuskripte 1954, 1955, Typoskripte 1954, 1955
Kommentar: S. 120-122 Motive zu Gedichten
Wiedergabe: Edierte Texte, Abbildungen, Umschriften (keine Umschriften bei Prosanotaten)