„Auch der Stahl steht im Markt“
und blendet allein noch, wenn der
Sturmwind von der Schneekuppe
herab durch das wirrstimmige
05 Glockenspiel des Turms bläst –
man hat es zur Unzeit geweckt.
Er wischt die von Ermüdung gebräunten
Blüten hinein in die schmutzigen
Bäche, die quollen heraus aus den Regenrohren
10 in die Rinnsteine und dort fliessen am Rande
des Trottoirs.
Aber nochmals röten sich, nochmals
die Blüten, erhaschen ihren Morgen zurück
vom Blut, das nun mit dem Regen
vermischt, langsam herrinnt
15 von den Leibern der Märtyrer,
die man auf den Stahl,
der steht mitten im Markt
hinabgestürzt hatte vom Felsen,
die er nun, allein blendend, // 091
20 durchdrang. Und ihr
Blut rötet die braun
ermüdeten Blüten in den Regenbächen des
Rinnsteins.
Die Wirtschaftsseite II (b*)
- Details
- Konvolut: Notizbuch 1954-55
- Details: V. 11 Emendation: rötet → röten
- Letzter Druck: Die verwandelten Schiffe 1957
- Textart: Verse
- Datierung: vollständig
- Fassung: Zwischenfassung
- Zyklus: ja
- Schreibzeug: Bleistift
- Signatur: A-5-c/07
- Seite / Blatt: 090, 091

Die Wirtschaftsseite II
„Auch der Stahl steht im Markt“
und blendet allein noch, wenn der
Sturmwind von der Schneekuppe
herab durch das Glockenspiel wirrstimmige
05 Glockenspiel des Turms bläst –
man hat es zur Unzeit geweckt.
Wenn¿ Er treibt die von Ermüdung gebräunten
Wenn? Er wischt
Blüten hinabein anin die schmutzigen
Bäche, die aus den Rinn in den Rinnsteinen
flie die
fliessen quollen heraus aus den Regenrohren
10 in die Rinnsteine und dort fliessen am Rande
des Trottoirs.
Aber nochmals
Aber nochmals rötet sich, nochmals
die Blüten, erhaschen ihren Morgen zurück,
vom Blut, das nun mit dem Regen
vermischt, langsam herrinnt
15 nur¿ von den Leichnamen Leibern der Märtyrer,
die man herab auf den Markt Stahl,
der steht mitten im Markt
hinabgestürzt hatte vom Felsen,
die er nun, der allein noch blendet
die er nun, allein blendend, //

20 durchdrang. Und ihr
Blut fliesst rot¿ rötet die braun
ermüdeten Blüten in den Regenbächen des
Rinnsteins.
11.2.55
Inhalt: 57 Entwürfe zu 42 Gedichten, Notate zu szenischen Texten, Motiv-Notizen
Datierung: 14.1.1954 – 3.10.1955
Textträger: Hellbraunes Notizbuch, liniert, Bleistift
Umfang: 130 beschriebene Seiten (S. 94-114 fetter schwarzer Bleistift)
Publikation: Die verwandelten Schiffe (19 Gedichte), GEDICHTE (1 Gedicht), Verstreutes (4 Gedichte)
Signatur: A-5-c/07 (Schachtel 29)
Spätere Stufen: Manuskripte 1954, 1955, Typoskripte 1954, 1955
Kommentar: S. 120-122 Motive zu Gedichten
Wiedergabe: Edierte Texte, Abbildungen, Umschriften (keine Umschriften bei Prosanotaten)