Notizbuch 1950

Inhalt: Notizen, Prosa, 71 Entwürfe zu 54 Gedichten (8 Endfassungen)
Datierung: 7.12.1949 – 10.11.1950
Textträger: Blaues Notizbuch, liniert; Bleistift
Umfang: 144 beschriebene Seiten
Publikation: Gesicht im Mittag (7 Gedichte), Verstreutes (3 Gedichte)
Signatur: C-2-b/03 (Schachtel 79)
Spätere Stufen: Manuskripte 1948-51, Typoskripte 1945-50, 1948-50, Kutter
Kommentar: 9 Texte rhythmische Prosa, 21 reine Prosanotate, 1 Briefentwurf
Wiedergabe: Edierte Texte, Abbildungen, Umschriften (3 private Prosanotate nicht erschlossen)
Der Gang im Traum ist stets ein Gang zu Dir: Das reine Dasein, reines Bild des Seins. O, kommst Du wieder.
02 Ist Dir des Traumes Zauber gegenwärtig? Dir ganz nur Nähe mir, Du süsser Leib, Du süsse Frucht des grenzenlosen Gottes, der sich uns gibt in Speise und in Klängen: in Dir, in Dir fand er die volle Dichte, die süsse Dichte und die reine reine Schau.
03 Denn dies ist der Ort, wo sich dies findet, was wir sonst nur in Trennung kennen: die Fülle und der Geist. Eins sind sie in dir, Du Licht und Flamme. Du heisse Frucht, die mir zu pflücken jetzt verstattet. Mir stets verstattet wird. Da wir sind eins. // 026
04 Denn was ist des Einsamen Leben? Es ist das Leben eines Halben! Die Fülle, die ist eines¿: der Mann ist fern und auf den Rändern, an den Klippen des öden Meers, geht in den Gestrüppen und unter den armen Föhren: Erst das Weib gibt Eingang ihm in die innern Länder, wo Reichtum ist des Kornes und der Früchte. Wo der Wein ist und die bunten Blumen. Zu diesem Land hat nur das Weib den Schlüssel.
05 O du bist nah und ich in deinen Armen. Ich bin der Fürst, und alles ist jetzt mein.
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- Konvolut: Notizbuch 1950
- Details: Abs. 01 Emendation: wieder, → wieder.
- Besonderes: Vgl. dazu Der Gang im Traum ist wachsende Erhellung … (12.12.1949)
- Letzter Druck: Unpubliziert
- Textart: Prosagedicht
- Datierung: vollständig
- Fassung: Erste Fassung
- Schreibzeug: Bleistift
- Signatur: C-2-b/03
- Seite / Blatt: 025, 026
In dir ist alles mir zuteil geworden:
ich ging zuäusserst an den Küsten unter
den armen Föhren und im Gestrüppe, suchend
vergeblich Eingang in die innern Länder:
05 dem Mann sind sie verschlossen, dem befreiten,
den nichts mehr hält am alten Reichtum fest.
Doch du hast mir das weite Tal geöffnet
die Früchte und die Blumen mir gebracht,
den hellen Fluss<,> Getreide unermesslich.
10 Der Bettler ist der Schöpfung Fürst in deinen Armen
- Details
- Konvolut: Notizbuch 1950
- Letzter Druck: Unpubliziert
- Textart: Verse
- Datierung: vollständig
- Fassung: Zwischenfassung
- Schreibzeug: Bleistift
- Signatur: C-2-b/03
- Seite / Blatt: 027
In dir ist alles mir zuteil geworden:
ich ging zuäusserst an den Küsten, unter
den armen Föhren im Gestrüppe suchend
vergeblich Eingang in die innern Länder.
05 Dem Mann sind sie verschlossen, dem befreiten,
den nichts mehr hält am alten Reichtum fest.
Da brachtest du mich heute in dies Tal
des Sommerflusses, der Getreide spiegelt,
der Blütendolden und der saftigen Früchte.
10 Und alles ward des Bettlers, unverhofft.
- Details
- Konvolut: Notizbuch 1950
- Letzter Druck: Unpubliziert
- Textart: Verse
- Datierung: vollständig
- Fassung: Letzte Fassung
- Schreibzeug: Bleistift
- Signatur: C-2-b/03
- Seite / Blatt: 028
Morgens Wachstum neuerer Gesichte
auf der stillen Höhe fällts uns an.
Doch merkt ihr nicht, wie schon von unten brausen
die bunten Wiesen und die saftigen Hügel
05 o, jene, die bedrängt die Menschenlust,
der süssen Seele und des jugendlichen Leibes:
O Jünglinge, es sind in euch zwei Alter
vereint; die Mönche rufen aus der alten Zeit,
die Eremiten locken aus den Höhlen
10 der Wüste in die geläuterte Verzückung,
ins Schweigen, dass das Innerste erblühe. // 030
Und es rufen die ältern noch, die
Schiffer von den Küsten, die unschuldigen
Hirten und hinaus aus den fruchtbarn Ländern,
15 den reichen Inseln in dem Zwischenmeer:
in die Wonne des allerersten Lebens,
der glühenden Umarmung und der irdischen Zeugung.
Den beiden seid ihr, Enkel, noch verpflichtet,
und eure Ehrfurcht neigt sich beiden zu.
20 Nehmt alles Mass aus euch, sitzt bei den
Mönchen des Morgens und geht zum Hirten, wenn der Abend kommt:
betrachtet die sieben Sphären, dringt // 031
zur äussersten, darin der Eine alles stets bewegt,
und gebt euch dann der menschlichen Liebe,
25 darin allein der Gott dem Menschen eigen wird.
Gehört den einen und gehört den andern:
den beiden fremd zugleich, die euch misstrauen.
Bewegt mit immer neu erkanntem Mass
nach hier und dort um eure eigne Mitte,
30 die schwache, die Mitte nur allein ist, weil ihr seid,
nichts ihr und darum alles, seid.
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- Konvolut: Notizbuch 1950
- Letzter Druck: Unpubliziert
- Textart: Verse
- Datierung: vollständig
- Fassung: Erste Fassung
- Schreibzeug: Bleistift
- Signatur: C-2-b/03
- Seite / Blatt: 029, 930, 031
Aber gross ist noch und trotz allem
rein und glänzend das Dach des heiligen Hauses.
Das der Gott besucht, das der Vollkommne besucht,
wo sie wartet, die wartende harrt, die Seele,
05 die Geliebte, die Frau, die gläubige Seele.
Jahre warn es zuvor, Jahrhunderte,
so schien ihr, dass sie wartete,
bis er da war unter dem reinen und stets noch glänzenden Dach.
Und zugleich stieg er auf in ihr,
10 und sie wusste, dass immer er dagewesen. // 033
In ihrem Innern, unten, verborgen.
Nun stieg er auf, hoch schoss er empor:
wie die entrollte Schlange, die wittert
das lang gesuchte Opfer: sie ist Opfer des Gottes.
15 Sie ist nicht mehr da, sie ist in der Schlange,
in der aufschiessenden Glut.
Und jenes erfüllt sie, das stets in ihr war,
klein und glühend. Davon glüht sie nun ganz.
Und so fand denn der Gott, wie er kam,
20 wie immer, nur noch sich selbst, fand
die hoch züngelnde Schlange. Und er war
traurig, wie er sie sah, die seit je er gesehen.
- Details
- Konvolut: Notizbuch 1950
- Letzter Druck: Unpubliziert
- Textart: Verse
- Datierung: vollständig
- Fassung: Erste Fassung
- Schreibzeug: Bleistift
- Signatur: C-2-b/03
- Seite / Blatt: 032, 033
Konzentration der gesamten inneren Kraft auf den sexuellen Eros, von einer Dauer, wie ich sie noch nie erlebte. Daran wird meine Neigung zur Monomanie wieder besonders deutlich. Alles wird stur durch die Mitte ertragen, durch das Zentrum erlebt und nur immer eines auf einmal. Diese Artung dem, was man Lebenstüchtigkeit nennt, nicht allzu günstig. Denn die Tüchtigkeit besteht doch wohl in der aktiven Erledigung des gerade Notwendigen, des im handgreiflich, gesellschaftlich-ökonomischen Sinne notwendigen. Nun, diese Tüchtigkeit lässt sich entbehren, wenn // 035 eine innere Aktivität an die Stelle tritt, das Bilden der geistigen Gestalt, wie ich es als Forderung mir stelle. Doch auch dies versinkt in der jeweiligen Woge der Leidenschaft. Und hier ist die Frage: wie wird mich diese Woge zurücklassen? Für jetzt bin ich entschlossen, mich nicht mit dieser Frage herumzuschlagen, mich der Woge zu überlassen auf jede Gefahr hin. Sich in das ganze Erlebnis hineinzuassen, das schliesslich nur gibt das stete Einverständnis mit den Grundkräften, davon man allein wirklich lebt. Daraus die echte Produktivität kommt. Geht sie daran zugrunde, ertrinkt sie // 036 endgültig in die Woge, so heisst das nur, dass sie ohnehin erstorben war, dass ich etwas wollte, was meinen Kräften nicht angemessen war. Dass es für mich nur das einfache Leben des ganz gewöhnlichen Menschen gibt. Ohne jede geistige Prätention. Es wäre dies das Ende alles Bisherigen für mich, der Anfang eines ganz Neuen auf neuer Ebene müsste versucht werden. Für den Augenblick ist alles offen.
02 Geschichte meiner Sexualität: zuerst dunkle Kraft auf dem Grunde, beängstigend, in ihrer Natur ganz unbekannt. Dann rasende Leidenschaft, wilder Trieb, gegenwärtig, aber stets im // 037 Innern verschlossen, heimlich einsam befriedigt. Dann jahrelang Versuche, die Mauer zu überwinden, Beziehung nach aussen, zu einem Partner zu finden. Zunächst ohne Erfolg, weil die Prinzipien der Erziehung, die Gegenkräfte einer andern, asketischen Moral noch zu stark sind. Endlich reisst der Damm weg, der Trieb überfällt, was ihm gerade in Reichweite kommt. Langsam nur stellt sich die wirkliche Beziehung her, die geschlechtliche Einheit im umfassenden Eros. Das kann nur in der Ehe sinnvolle Gestalt finden. Ich kann ihr nicht ausweichen. Selbst auf die Gefahr hin, // 038 dass mir nichts übrig bleibt ausserhalb. Ob ich auch vermuten darf, dass sich schliesslich ein Gleichgewicht herstellt und gerade in dieser neuen Lebensform wieder Kräfte frei werden, von denen ich zuvor nichts wusste.
03 Auf jeden Fall: hatte ich die Kraft zur Askese nicht, zur Enthaltung vom Geschlechtlichen, bekannte ich mich zum Naturtrieb und zu seiner Lust, so muss ich wohl auch die Verpflichtung auf mich nehmen, die daraus folgt, die Verpflichtung, dem Trieb eine Gestalt zu geben. In diesem Sinne muss ich die Ehe bejahen und sie versuchen, wie sehr mir auch meine Be-// 039 gabung zum Familienvater zweifelhaft sein mag.
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- Konvolut: Notizbuch 1950
- Besonderes: Gleicher Text wieder im Tagebuch, 1.1.1950
- Letzter Druck: Unpubliziert
- Textart: Prosanotat
- Datierung: vollständig
- Fassung: Zwischenfassung
- Schreibzeug: Bleistift
- Signatur: C-2-b/03
- Seite / Blatt: 034, 035, 036, 037, 038, 039 (oben)
Traumtag, Entfernung aus dem Wirklichen, das nicht wirklich ist. Wirklich nur ist die Weide am winterlichen Wasser. Die Urweide und das Urwasser. Gibt es das? Jenen Ort, wo die Dinge eins sind im Eigentlichen und zugleich unterschieden. Die Möwen und der Rauch. O das ist einsam, das ist die Entfernung des Traumtags des Traumtags von dem Wirklichen, das nur Schein ist. Aber schöner Schein. Darin alles Wahre erscheint. In der Weide am Wasser die Urweide. Und im Winter dieser Winter, der am Anfang steht, der in der Mitte ist. Wo immer Winter ist. Der Winter ist das Reine Die Enthüllung // 040 und die Starre der Enthüllung. Dass da ist nichts mehr, das ablenkt, das einen Zweifel liesse, wie unwichtig alles ist, was wir sehen. Denn das Unsichtbare wird ahnbar in der ödesten Landschaft. Denn das Unsichtbare wird ahnbar, wo wenig mehr ist. Was hilft es reden von Bäumen und Früchten, von den silbernen Bergen, von den Flüssen: wenn das alles nicht ist, nicht ist im Vergleich zu dem Einen, das schweigt und sich nicht bewegt, das nicht ist, weil es keine Eigenschaft hat und keine Strebung. Dieser unendliche, überseiende Grund, das unzugängliche Licht.
- Details
- Konvolut: Notizbuch 1950
- Letzter Druck: Unpubliziert
- Textart: Prosanotat
- Datierung: vollständig
- Fassung: Zwischenfassung
- Schreibzeug: Bleistift
- Signatur: C-2-b/03
- Seite / Blatt: 039 (unten), 040
Die Leidenschaft, die völlig dahinreisst, alles aufsaugt, sodass nichts bleibt, ausserhalb. Es ist dies wie eine Lähmung. Jeder Gedanke, jede Vorstellung, die sich auf anderes beziehen soll, muss diesem Einen entrissen werden. Und die Leidenschaft rächt sich; denn die Wunde ist blutiger als der Erfolg der Anstrengung je sein könnte. Es scheint, dass uns nicht erlaubt ist, im reinen Raum der geistigen Klarheit zu verharren. Dass die Triebe des Untergrundes immer wieder einbrechen und alles, was wir mühsam errichtet, wegschwemmen müssen. So ist die Gefahr stets gegenwärtig. Es gibt keinen Ort, wohin man ihr ausweichen // 042 könnte. So bleibt mir im Augenblick nichts, als die Sehnsucht nach der Klarheit. Aber ihr selber war ich noch niemals so fern.
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- Konvolut: Notizbuch 1950
- Details: S. 042 Emendation: Karheit → Klarheit
- Besonderes: weitere Notate 10. und 11.1.1950, 23.1.1950; gleiche Texte im Tagebuch, 5.1.1950 etc.
- Letzter Druck: Unpubliziert
- Textart: Prosanotat
- Datierung: vollständig
- Fassung: Zwischenfassung
- Signatur: C-2-b/03
- Seite / Blatt: 041, 042 (oben)
Paris: Die Liebe ist Erkennen des Vollkommenen im Unvollkommenen. Der verborgenen Götter in dem Natürlichen (wenn man das Natürliche als das Ungöttliche voraussetzt!) Reinigung der Sexualität in der wachsenden¿ Liebe. Ob es auch die Reinheit im ganz Tierhaften geben mag, in der Naivität. So gibt es sie für den bewussten Menschen doch nur in der Askese oder in der ganz grossen Liebe: Die Bejahung des Andern als eines Ganzen, ohne Idealisierung, wenn die // 043 Verklärung der ersten Verzückung wegfällt, dann erst beginnt die gültige Liebe.
- Details
- Konvolut: Notizbuch 1950
- Letzter Druck: Unpubliziert
- Textart: Prosanotat
- Datierung: vollständig
- Fassung: Zwischenfassung
- Schreibzeug: Bleistift
- Signatur: C-2-b/03
- Seite / Blatt: 042 (unten), 043 (oben)
Aus der Woge der Trübnis stets wieder aufsteigend die umfassende Gestalt, als Imagination // 047 nur vorerst, als Vorstellung einer Möglichkeit. Nicht ohne den Flor der Erinnerung an die Jugend, wo es dies zu geben schien, als fraglose Gegenwart, das Innere füllend, was jetzt nur noch den hellsten Stunden gehört und sonst Sehnsucht ist bloss, Ahnung eines Jenseitigen, jenseits alles Erfahrbaren. Dennoch, dies bleibt, diese aus der Ferne rührende Gestalt des Reinen, Gestalt, die nach Bildung, nach Realisation verlangt in der ihr feindlichen Materie: im Menschlichen, das in seinen Tiefen schwebt nach seinen Begierden weint¿ und nichts mehr fürchtet scheinbar, als enthoben zu werden.
- Details
- Konvolut: Notizbuch 1950
- Letzter Druck: Unpubliziert
- Textart: Prosanotat
- Datierung: vollständig
- Fassung: Zwischenfassung
- Schreibzeug: Bleistift
- Signatur: C-2-b/03
- Seite / Blatt: 046 (unten), 047
Es kann sich im Gespräch doch nicht nur um ein Aufstapeln von Paradoxen handeln, es sei denn man mache den Widerspruch der Erscheinungen so deutlich, dass sie, zwangsweise, den Blick, die Richtung des inneren Auges auf eine Gestalt hinweisen, die jenseits alles vereinigt, die den Widerspruch vollkommen aufhebt im unsäglich Klaren, im geläuterten Reinen. Aber jenseits: das will sagen: die Gestalt (man könnte es auch anders nennen, das Reine, vielleicht auch, wenn ich recht verstanden habe, das Heitere Heideggers, oder, das ist schon kühn: Gott, insofern er uns begegnet), die Gestalt kann nie // 049 theoretisch definiert, philosophisch oder theologisch irgend zureichend umrissen, sie kann nur geschaut werden. Schau aber lässt sich nur im Bilde annähernd ausdrücken, mitteilen. Hier ist doch wohl die Beziehung der Kunst zur Mystik, zu jenem Ort darin, den man Ekstase heisst. Denn es handelt sich darin wohl um eine Art Ekstase, wenn auch, in der höchst reflektierten Dichtung der Gegenwart z. B. oder auch der hohen Antike, des Horaz, des Vergil, um eine weithin bewusste Technik des Schauens, eine Methode der Annäherung an die Gestalt – dies mag immerhin zweifelhaft sein, es ist mir noch nicht klar – um eine Methode // 050 auf jeden Fall, eine immer genauer ausgebildete Technik der Wiedergabe geschauter Gestalt, der Wiederholung der Gestalt im Ausdruck.
02 Wenn dies annähernd gelingt: das Nachbild der Gestalt im Stoffe (des Wortes z. B.) dann ist wohl ein ebenso Wichtiges erreicht wie eine theoretische Erklärung, eine Theologie irgend einer Art jemals erreichen könnte. Das Paradox muss gesehen werden, bis zum letzten, bis in den Zynismus des Bekenntnisses scheinbarer Sinnlosigkeit von allem: erst dann wird der Glanz der höchsten Wölbung, der Klang der siebten Sphäre offenbar!
- Details
- Konvolut: Notizbuch 1950
- Letzter Druck: Unpubliziert
- Textart: Prosanotat
- Datierung: vollständig
- Fassung: Zwischenfassung
- Schreibzeug: Bleistift
- Signatur: C-2-b/03
- Seite / Blatt: 048, 049, 050
Vom Westen drängt das Reinere herüber,
das Schwindende ist stark im ersten Traum
zerspellt die Trübnis jenes schwarzen Soges
der jede Kraft in Mitnachttiefe zieht,
05 wo ist das Kommt noch stärker als Vergehen,
die Tiefen sind in Wolkenspalten licht,
dem Zug der Wetter klarheitwärts enthoben
Die Blitze fallen vor den Regenschauern,
noch unterhalb der Bergesgipfel die,
10 noch so hoch, nicht rühren an den tiefsten Himmel.
- Details
- Konvolut: Notizbuch 1950
- Letzter Druck: GESICHT IM MITTAG 1950
- Textart: Verse
- Datierung: vollständig
- Fassung: Erste Fassung
- Schreibzeug: Bleistift
- Signatur: C-2-b/03
- Seite / Blatt: 051