Manuskripte 1957
Inhalt: 89 Manuskripte und 11 Typoskripte zu 24 Gedichten und 2 szenischen Texten (2 Endfassungen)
Datierung: 27.11.1956 – 31.12.1957
Textträger:114 Einzelblätter (A4-Format); v.a. durchscheinende Makulatur von Gedichttyposkripten und bräunliche Blätter
Umfang: 27 Dossiers, 192 beschriebene Seiten
Publikation: GEDICHTE (10), Verstreutes (2)
Signatur: A-5-d/02 (Schachtel 37)
Herkunft: Mappe EG 57
Wiedergabe: Edierte Texte, Abbildungen, Umschriften
(Wachtraum eines Schülers vor dem von Glühlampen umkränzten
Madonnenbild, das jährlich am 8. Dezember vor den versammelten
Gymnasiasten der „Grossen marianischen Kongregation“ im Chor-
gewölbe der Luzerner Jesuitenkirche schwebt)
Sie fährt in ihrer Angst aus elektrischen Lampen
durch das Gespensterlabyrinth des Gehirns
und fährt gleich auf den Zahnarzt und macht
ihn aufstehn und neu sausen den Bohrer im Nerv.
05 Sie leuchtet im Winkel die graue
Hand des Lehrers an, die eben
die Lateinarbeit schlachtet.
Und die Sorge um die Versetzung im Frühjahr
wischt ihr feucht übers Gesicht.
10 Es braucht jetzt nur noch das Tier dort
sich stöhnend zu recken,
und sie schwankt zurück in den Altarraum.
Aber leider genügen die Phrasen des Mönchs:
„O unbefleckt Empfangene du…“
15 nicht mehr, sie zu beruhigen.
Zwei Glorienstrahlen sind schon erloschen;
für den Rest ist höchstens noch Hoffnung,
wenn der Küster die Sicherung wechselt.
Und man fürchtet bereits, es liegt an den Lampen.
- Details
- Konvolut: Manuskripte 1957
- Besonderes: Typoskript mit Bleistiftkorrekturen; Jahreszahl mit Tinte eingefügt
- Letzter Druck: Unpubliziert
- Textart: Verse
- Datierung: nur Jahr
- Fassung: Zwischenfassung
- Schreibzeug: Schreibmaschine
- Signatur: A-5-d/02_012
- Seite / Blatt: 04
Satyr, bricht aus dem Gehölz: Wo hast du die silberne Schüssel, die ich dir auf den Weg gelegt habe?
Antonius: Ah, von dir stammt diese Schüssel, ich habe sie wohl gesehen. Aber ich bin der Versuchung nicht erlegen, ich habe mich gleich abgewandt.
Satyr, sehr niedergeschlagen: Und ich habe den ganzen Tag hier gewartet, dass du vorbeikämest, und wollte mich hier aus dem Verborgenen ganz unbemerkt an deiner Freude über das Geschenk weiden.
Antonius, streng: Und nun bist du doch herausgekommen, mich zu erschrecken?
05 Satyr, sich entschuldigend: O nein, daran, dass ich dich erschrecken könnte, dachte ich nicht. – Ich bin das nicht gewöhnt, die Zeiten // 01v haben sich geändert.
Antonius, überlegen: Freilich, das haben sie. – Weisst du, was mit der Schüssel war? Als ich mich abwandte und den Namen Christi aussprach, da löste sie sich in Rauch auf.
Satyr, mit weit aufgerissenen Augen: Was sagst du da? Das gibt es doch nicht, das ist ja unheimlich.
Antonius: Du Heuchler, meinst du, ich erkenne dich nicht? Gib nur zu, wer du bist.
Satyr, verwirrt: Ich, nein, mich erkennst du doch, ich bin doch Satyr, der Waldgott, gehöre hierher.
10 Antonius, immer aggressiver: Damit sind wir der Wahrheit schon näher: gib zu, gib nur zu, wer du bist! Weich mir nicht aus!
Satyr, flehentlich: Satyr bin ich, der Waldgott, sicher, glaub mir … // 02
Antonius fixiert ihn unbeirrt.
Satyr, kleinlaut: nach dem Irrglauben der Heiden.
Antonius, befriedigt: Siehst du, du kommst mir nicht aus. – Sag es doch nur genau: der Teufel bist du, gekommen mir aufzulauern, mich zu verderben.
15 Satyr, wirft sich vor ihm nieder: Der Waldgott bin ich, Satyr, glaub mir. Ein Geschenk wollte ich dir machen.
Antonius schweigt eisig.
Satyr krümmt sich verzweifelt zusammen: Schau mich nicht so an; ich weiss, ich bin der Teufel, der Böse, gekommen, dich zu verderben. Aber schau mich nicht so an.
Antonius: Im Namen des allein wahren Gottes, weiche Satan.
Der Satyr liegt verröchelnd, Antonius schreitet, triumphierend, weiter.
- Details
- Konvolut: Manuskripte 1957
- Besonderes: Bräunliches Papier: Blatt 01 beidseitig beschrieben
- Letzter Druck: Unpubliziert
- Textart: Szenisch
- Datierung: vollständig
- Fassung: Zwischenfassung
- Schreibzeug: Bleistift
- Signatur: A-5-d/02
- Seite / Blatt: 01r/v, 02
Satyr, bricht aus dem Gehölz: Wo hast du die silberne Schüssel, die ich dir auf den Weg gelegt hatte?
Antonius: Ah, von dir stammt diese Schüssel. Ich sah sie wohl. Aber ich habe mich schnell abgewandt.
Satyr, niedergeschlagen: Und ich habe den ganzen Tag hier gewartet, dass du vorbeikämest, um mich in meinem Versteck an deiner Freude über das Geschenk zu weiden.
Antonius, streng: Und nun bist du doch herausgekommen, mich zu erschrecken?
05 Satyr, sich entschuldigend: O nein, daran, dass ich dich erschrecken könnte, dachte ich nicht.
verlegen: – Ich bin das nicht gewöhnt, die Zeiten haben sich geändert.
Antonius: Freilich, das haben sie. – Weisst du, was mit der Schüssel war? Als ich den Namen Christi aussprach, da löste sie sich // 03v <in> Rauch auf.
Satyr, mit weit aufgerissenen Augen: Was sagst du da? Das ist ja unheimlich.
Antonius: Du Heuchler, meinst du, ich erkenne dich nicht? Gib nur zu, wer du bist.
Satyr, ängstlich: Ich, nein, mich erkennst du doch, ich bin Satyr, der Waldgott, gehöre hieher.
10 Antonius, immer schärfer: Damit sind wir der Wahrheit schon näher; gib zu, gib nur zu, wer du bist! Weich mir nicht aus!
Satyr, flehentlich: Satyr bin ich, glaub mir, der Waldgott …
Antonius fixiert ihn unerbittlich
Satyr, kleinlaut: … nach dem Irrglauben der Heiden.
Antonius, befriedigt: Siehst du, du kommst mir nicht aus. – Sag es doch nur genau: der Teufel bist du, gekommen, // 04 mir aufzulauern, mich zu verderben.
15 Satyr, wirft sich vor ihm nieder: Der Waldgott bin ich, Satyr, glaub mir. Ein Geschenk wollte ich dir machen.
Antonius schweigt eisig.
Satyr, krümmt sich verzweifelt: Schau mich nicht so an; ich weiss, ich bin der Teufel, der Böse, gekommen, dich zu verderben. Aber schau mich nicht so an.
Antonius: Im Namen des allein wahren Gottes, weiche Satan!
Der Satyr liegt verröchelnd. Antonius geht, triumphierend, weiter.
- Details
- Konvolut: Manuskripte 1957
- Besonderes: Bräunliches Papier; Blatt 03 beidseitig beschrieben
- Letzter Druck: Unpubliziert
- Textart: Szenisch
- Datierung: vollständig
- Fassung: Zwischenfassung
- Schreibzeug: Bleistift
- Signatur: A-5-d/02
- Seite / Blatt: 03r/v, 04
Satyr, bricht aus dem Gehölz: Wo hast du die silberne Schüssel, die ich dir auf den Weg gelegt hatte?
Antonius: Ah, von dir stammte diese Schüssel. Ich sah sie wohl, aber ich habe mich schnell abgewandt.
Satyr, niedergeschlagen: Und ich habe den ganzen Tag hier gewartet, dass du vorbeikämst, um mich an deiner Freude über das Geschenk zu weiden.
Antonius, streng: Und nun bist du doch herausgekommen, mich zu erschrecken?
05 Satyr: O nein, daran, dass ich dich erschrecken könnte, dachte ich nicht. –
verlegen:
Das bin ich nicht gewöhnt, die Zeiten haben sich geändert.
Antonius: Freilich, das haben sie. – Weisst du, was mit der Schüssel war? Als ich den Namen Christi aussprach, da löste sie sich in Rauch auf.
Satyr, mit weit aufgerissenen Augen: Was sagst du da? Das ist ja unheimlich.
Antonius: Du Heuchler, meinst du, ich erkenne dich nicht? Gib nur zu, wer du bist.
10 Satyr, ängstlich: Ich, nein, mich erkennst du doch; ich bin Satyr, der Waldgott, gehöre hieher.
Antonius: Damit sind wir der Wahrheit schon näher: gib zu, gib nur zu, wer du bist! Weich mir nicht aus!
Satyr, flehentlich: Satyr bin ich, glaub mir, der Waldgott…
Antonius fixiert ihn unerbittlich.
Satyr, kleinlaut: …nach dem Irrglauben der Heiden. // 05v
15 Antonius: Siehst du, du kommst mir nicht aus. – Sag es doch nur genau: der Teufel bist du, gekommen, mir aufzulauern, mich zu verderben.
Satyr, wirft sich vor ihm nieder: Der Waldgott bin ich, Satyr, glaub mir. Ein Geschenk wollte ich dir machen.
Antonius schweigt.
Satyr, krümmt sich verzweifelt: Schau mich nicht so an; ich weiss, ich bin der Teufel, der Böse, gekommen, dich zu verderben. Aber schau mich nicht so an.
Antonius: Im Namen des allein wahren Gottes, weiche Satan!
20 Der Satyr liegt verröchelnd. Antonius setzt, triumphierend seinen Weg fort.
- Details
- Konvolut: Manuskripte 1957
- Besonderes: Typoskript mit Direktkorrekturen; Blatt beidseitig beschrieben
- Letzter Druck: Unpubliziert
- Textart: Szenisch
- Datierung: nur Jahr
- Fassung: Zwischenfassung
- Schreibzeug: Schreibmaschine
- Signatur: A-5-d/02_013
- Seite / Blatt: 05r/v
„Nicht dass ihr glaubt,
ich, der ich Alles leiste,
brächte dies nicht zustande,
was meiner Mutter gelang:
05 einen Sohn aus meinem Leib zu gebären.
Nur ihm will ich kundtun, warum
der Zaubrer die Hunde vor meinem Thron
zum Singen brachte und die steinernen Bilder
auf dem Sims des Palastes zum Lachen.
10 Ihm will ich es kundtun im Gespräch,
das ich mit ihm führe geheim
und innerlich vor seiner Geburt.
Denn nur dieses Tragen, // 01v
nur dieser Schmerz erlaubt die notwendige Einung,
15 daraus der Erbe meines Reiches hervorspringt,
das stets nur ein Gott wie ich selber beherrsche.“
Spricht der Kaiser und bricht in das von den Ärzten
schnell untergebreitete Goldtuch
den Frosch mit Blut und vielem Gekotze.
20 „So aus Kot wächst die Schönheit,
der Gott steht am Ende“
stöhnt der Kaiser, // 02
indes man den Frosch in Prozession
bringt in die vorbereitete Kammer an der äusseren Mauer,
25 Damit er dort, wachsend hinterm goldenen Gitter,
empfange die Huldigungen des ein- und ausziehenden Volkes.
Und am Tag, wo man den Kaiser, feiste,
blutige Qualle, aufgeschlitzt fand am Boden,
verbrannten den Frosch die Bürger der Vorstadt,
30 verbrannten aus Furcht in Reisig den Erben des göttlichen Reiches.
- Details
- Konvolut: Manuskripte 1957
- Details: V. 07 Emendation: Zaubrer, → Zaubrer
- Besonderes:
Bräunliches Papier; Blatt 01 beidseitig beschrieben;
- Letzter Druck: Unpubliziert
- Textart: Verse
- Datierung: vollständig
- Fassung: Zwischenfassung
- Schreibzeug: Bleistift
- Signatur: A-5-d/02_014
- Seite / Blatt: 01r/v, 02
„Einen Sohn will ich
– Warum könnte ichs nicht, da meine Mutter es konnte? –
in meinem Leib tragen
und ihm im innerlichen Gespräch
05 die geheime Schatulle eröffnen,
die den Stab birgt, mit dem ich
zum Singen bringe die Hunde
und zum Lachen
die steinernen Bilder auf dem Sims des Palastes,
10 und ihn dann, den Erben, gebären.“
Spricht der Kaiser
und kotzt in das Goldtuch,
das die Ärzte eben noch untergebreitet,
mit Blut und vielem Unrat den Frosch. // 03v
15 Aber obwohl ihn eine grosse Prozession
der Vestalen und aller Priesterschaften geleitet
in die Kammer am Tor der äusseren Mauer,
wird er schon bald,
am Tag, wo man den Kaiser, feiste, blutige Qualle,
20 aufgeschlitzt findet im Kot
von den Römern in Stroh und Reisig verbrannt,
der Frosch verbrannt in lodernder Angst von den Römern.
- Details
- Konvolut: Manuskripte 1957
- Besonderes: Bräunliches Papier; Blatt beidseitig beschrieben
- Letzter Druck: Unpubliziert
- Textart: Verse
- Datierung: vollständig
- Fassung: Zwischenfassung
- Schreibzeug: Bleistift
- Signatur: A-5-d/02_014
- Seite / Blatt: 03r/v
„Einen Sohn will ich gebären
– warum könnte ichs nicht, wenn meine Mutter es konnte? –
nachdem ich ihn im Leib trug
und ihm im innerlichen Gespräch
05 die Schatulle auftat,
die den Stab birgt, mit dem ich
zum Singen bringe die Hunde
und zum Lachen
die steinernen Bilder.“
10 Spricht der Kaiser
und kotzt in das Laken den Frosch,
mit unverdauter, scharf stinkender Speise zusammen. // 04v
Aber obwohl eine Prozession
aus allen Priesterschaften
15 ihn jetzt in die Kammer am Tor der äusseren Mauer geleitet,
werden die Römer am Abend des Tags,
wo sie den Kaiser, aufgeschlitzt im Kot fanden,
finster schweifen und nicht
schlafen gehen in ihre Häuser,
20 bevor sie den Frosch gegriffen
und ihn verbrannt, aus Angst vor seinem Geheimnis.
- Details
- Konvolut: Manuskripte 1957
- Besonderes: Bräunliches Papier; Blatt beidseitig beschrieben; Schluss (ab V. 18) nach Datum erweitert
- Letzter Druck: Unpubliziert
- Textart: Verse
- Datierung: vollständig
- Fassung: Zwischenfassung
- Schreibzeug: Bleistift
- Signatur: A-5-d/02_014
- Seite / Blatt: 04r/v
„Nachdem ich ihn lange im Leib trug
und im innerlichen Gespräch
ihm auftat die Schatulle,
die den Stab birgt, womit ich
05 zum Singen bringe die Hunde
und zum Lachen die steinernen Bilder,
will ich gebären – warum könnte ichs nicht,
da meine Mutter es konnte? –
will ich gebären den Sohn.“
10 Spricht der Kaiser und kotzt
in unverdauter, scharf stinkender Speise
den Frosch in das Laken. // 05v
Aber obwohl eine Prozession
aus allen Priesterschaften ihn jetzt in die Kammer
15 am Tor der äusseren Mauer geleitet,
werden die Römer am Abend des Tags,
wo sie den Kaiser aufgeschlitzt fanden im Kot,
nicht schlafen in ihren Häusern, die Ohren
vom Singen der Hunde
20 brennend, vom Lachen der steinernen Bilder,
und finster schweifen, ergreifen
den Frosch und mit einem Gebirge von Reisig verbrennen.
- Details
- Konvolut: Manuskripte 1957
- Besonderes: Bräunliches Papier; Blatt beidseitig beschrieben
- Letzter Druck: Unpubliziert
- Textart: Verse
- Datierung: vollständig
- Fassung: Zwischenfassung
- Schreibzeug: Bleistift
- Signatur: A-5-d/02_014
- Seite / Blatt: 05r/v
„Nachdem ich im innerlichen Gespräch
ihm auftat die Schatulle,
die den Stab birgt, womit ich
zum Singen bringe die Hunde
05 und zum Lachen die steinernen Bilder,
will ich gebären –
warum könnte ichs nicht,
da sogar meine Mutter es konnte? –
den Sohn.“
10 Spricht der Kaiser und kotzt
in unverdauter, stinkender Speise
den Frosch in das Laken.
Aber obwohl eine Prozession
aller Priesterschaften ihn jetzt in die Kammer // 06v
15 am Tor der äusseren Mauer geleitet,
werden die Römer am Abend des Tags,
wo sie den Kaiser aufgeschlitzt im Kot fanden,
nicht schlafen, die Ohren
brennend vom Singen der Hunde,
20 vom Lachen der steinernen Bilder,
und finster schweifen, ergreifen
den Frosch und auf einem Gebirge von Reisig verbrennen.
- Details
- Konvolut: Manuskripte 1957
- Besonderes: Blatt beidseitig beschrieben
- Letzter Druck: Unpubliziert
- Textart: Verse
- Datierung: vollständig
- Fassung: Zwischenfassung
- Schreibzeug: Bleistift
- Signatur: A-5-d/02_014
- Seite / Blatt: 06r/v
Heute geleitet zwar
die Prozession
aller Priester den Frosch,
den der Kaiser mit unverdauter
05 Speise ins Laken gekotzt,
in die Kammer am Tor der äusseren Mauer.
Doch am Abend des Tags,
wo sie den Kaiser aufgeschlitzt im Kot finden,
werden die Römer nicht schlafen, solang
10 sein Wort in den Ohren noch bohrt:
„Wenn meine Mutter sogar // 07v
es konnte, warum
soll ich nicht gebären den Sohn
und ihm den Stab übergeben?“
15 Finster werden sie schweifen, ergreifen
den Frosch und auf einem Gebirge von Reisig verbrennen.
- Details
- Konvolut: Manuskripte 1957
- Details: V. 04 Emendation: unverdauter, → unverdauter
- Besonderes:
Bräunliches Papier; Blatt beidseitig beschrieben
Fortsetzung (G) 7.12.1957 - Letzter Druck: Unpubliziert
- Textart: Verse
- Datierung: vollständig
- Fassung: Zwischenfassung
- Schreibzeug: Bleistift
- Signatur: A-5-d/02_014
- Seite / Blatt: 07r/v
Der Sturm reisst die Blüten
die schwer ins Faulige duften,
zur Seite; da liegt der Schläfer erstickt,
hinein auf der Woge der Düfte geglitten,
05 weiss, in die Mitte des Wirbels:
wo dem Saurier nie mehr die Sonne
stürzt an die Brust,
sodass er zu Lämmern gesänftigt
über den Himmel sich hinstreut:
10 Und der Sturm trägt die Blüten,
die schwer ins Faulige duften,
zur Seite,
und Staub von den Wegen // 01v
in Ohren und Nüstern und in den klaffenden
15 Mund des Erstickten:
Ihm steht der Saurier still,
mitten im Wirbel.
- Details
- Konvolut: Manuskripte 1957
- Details: Titel zuerst: Der Tod im Garten
- Besonderes: Bräunliches Papier; Blatt beidseitig beschrieben
- Letzter Druck: Unpubliziert
- Textart: Verse
- Datierung: vollständig
- Fassung: Zwischenfassung
- Schreibzeug: Bleistift
- Signatur: A-5-d/02_015
- Seite / Blatt: 01r/v
Der Sturm reisst die Blüten,
die schon ins Faulige duften,
zur Seite; da liegt der Schläfer, herein
auf der Woge der Düfte geglitten, erstickt
05 in der Mitte des Wirbels:
Wo dem Saurier nie mehr die Sonne
stürzt an die Brust,
sodass er, zu Lämmern gesänftigt,
über den Himmel sich hinstreut.
10 Und der Sturm trägt die Blüten,
die schwer ins Faulige duften,
zur Seite,
den Staub von den Wegen
in Ohren und Nüstern und in den klaffenden // 02v
15 Mund des Erstickten:
Da steht der Saurier still
in der Mitte des Wirbels.
- Details
- Konvolut: Manuskripte 1957
- Besonderes: Blatt beidseitig beschrieben
- Letzter Druck: Unpubliziert
- Textart: Verse
- Datierung: vollständig
- Fassung: Zwischenfassung
- Schreibzeug: Bleistift
- Signatur: A-5-d/02_015
- Seite / Blatt: 02r/v