Freitag, 12 April 1957

Nero und der Frosch (C)

„Einen Sohn will ich gebären
– warum könnte ichs nicht, wenn meine Mutter es konnte? – 
nachdem ich ihn im Leib trug 
und ihm im innerlichen Gespräch 
05 die Schatulle auftat, 
die den Stab birgt, mit dem ich 
zum Singen bringe die Hunde 
und zum Lachen 
die steinernen Bilder.“

10 Spricht der Kaiser 
und kotzt in das Laken den Frosch, 
mit unverdauter, scharf stinkender Speise zusammen. // 04v

Aber obwohl eine Prozession 
aus allen Priesterschaften 
15 ihn jetzt in die Kammer am Tor der äusseren Mauer geleitet, 
werden die Römer am Abend des Tags, 
wo sie den Kaiser, aufgeschlitzt im Kot fanden, 
finster schweifen und nicht 
schlafen gehen in ihre Häuser, 
20 bevor sie den Frosch gegriffen 
und ihn verbrannt, aus Angst vor seinem Geheimnis.


Blatt 04r (A-5-d_02_095.jpg)

C Nero und der Frosch

„Einen Sohn will ich gebären

– warum könnte ichs nicht, dawenn meine Mutter es konnte? – 

nachdem ich ihn trug im Leib trug 

und ihm im innerlichen Gespräch 

05 die Schatulle auftat, 

die den Stab birgt, mit dem ich 

zum Singen bringe die Hunde 

und zum Lachen 

die steinernen Bilder.“


10 Spricht der Kaiser 

und kotzt in das Laken den Frosch, 

mit Blutund
mit Blut  stark stinkendem Unrat.

mit scharf unverdauter, scharf stinkender Speise zusammen. //

Blatt 04v (A-5-d_02_096.jpg)

Aber obwohlihnjetzt
Aber obwohl ihn  eine Prozession aus allen

aus allen Priesterschaften in

aus allen Priesterschaften in die Kammer am Tor

ihn
15   jetzt in die Kammer am Tor der äusseren Mauer geleitet, 

werden  die Römer
wird man
wird es schon bald, am Tag, Abend des Tags

am Tag, wo sie
am Tag, wo man den Kaiser, feist, aufgeschlitzt im Kot fiandetn,

feiste, blutige Qualle,

[ aufgeschlitzt findet im Kot findet,

den Frosch verbrennen aus Angst
den Frosch aus Angst in Stroh und Reisig verbrennen.
den Frosch aus Angstvor seinem Geheimnisbrennen]

finster schweifen und nicht

12.4.57

nicht ruhig keh gehen zum Schlafen in ihre Häus | Häuser ,
schlafen gehen in ihre Häuser

20 bevor sie gegriffen den Frosch gegriffen haben

und ihn verbrannt, aus Angst vor seinem Geheimnis.

12.4.57

den Frosund ihn verbrannt, aus Angst vor seinem Geheimnis.

 

  • Besonderes:

    Bräunliches Papier; Blatt beidseitig beschrieben; Schluss (ab V. 18) nach Datum erweitert

  • Letzter Druck: Unpubliziert
  • Textart: Verse
  • Datierung: Vollständiges Datum
  • Strophen: ja
  • Schreibzeug: Bleistift
  • Signatur: A-5-d/02_014
  • Seite / Blatt: 04r/v

Inhalt: 89 Manuskripte und 11 Typoskripte zu 24 Gedichten und 2 szenischen Texten (2 Endfassungen)
Datierung: 27.11.1956 – 31.12.1957
Textträger:114 Einzelblätter (A4-Format); v.a. durchscheinende Makulatur von Gedichttyposkripten und bräunliche Blätter
Umfang: 27 Dossiers, 192 beschriebene Seiten
Publikation: GEDICHTE (10), Verstreutes (2)
Signatur: A-5-d/02 (Schachtel 37)
Herkunft: Mappe EG 57

Wiedergabe: Edierte Texte, Abbildungen, Umschriften

Weitere Fassungen

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(Total: 100 )
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