Entstanden: 19. April 1957

Wer es vermöchte, 
dich hinauszuführen zum Schilfplatz,
wo der schlammbärtige Greis einen Moment
innehielte im Ausgiessen des Flusskrugs,
05 um, wenn auch umsonst, zu entdecken,
warum du hier stöhnend am Baum stehst:

Wer dies vermöchte,
dem bliebe erspart, in der Lapislazulihöhle der Kirche
aufzuzucken unter dem Schwirren
10 eines jeden einzelnen Pfeils
der aus dem Hinterhalt der Gebete
deinen Leib trifft. // 03v

Dort draussen schwängen die Engel
sich von den Zweigen, zu trocknen
15 mit Linnen dein Blut,
sodass stummer noch stünde das Staunen des Greises:
wenn er dich auch vielleicht, mit Mühe, endlich erkännte,
so erkännten dich kaum je die verdrängten
Luftgeister, Flussfrauen, Dryaden:
20 wer es vermöchte ….

SYNOPSE aller Fassungen:
Infos
  • Besonderes: Bräunliches Papier; Blatt beidseitig beschrieben; Überarbeitung: 1.5.1957
  • Letzter Druck: GEDICHTE 1960
  • Textart: Verse
  • Datierung: vollständig
  • Fassung: Zwischenfassung
  • Schreibzeug: Bleistift
  • Signatur: A-5-d/02_006
  • Seite / Blatt: 02r/v