Entstanden: 29. November 1957

Die Engel öffnen
zwar täglich sein Glashaus, aber nur, 
um ihn schnell in die Lüfte 
zu tragen, sodass ihn der Wipfel 
05 peitscht und er fürchtet, 
hinab in die Öllache vor der Garage zu stürzen. 

Dort hupt man und ruft 
und hört nicht den Zank, 
den die Nachbarsengel mit seinen Engeln aufrühren, 
10 die heftig auf- und abfahren und zerren 
und ihn wirklich fallen liessen, beinahe. 

Doch wieder sicher im Glashaus, zerschlägt er, 
als er die Hand hebt, um einen, 
der vorbeigeht, zu grüssen, die Wand // 03v
15 und wirft ihm die Scherben 
grad ins Gesicht, 
sodass dieser das Blut 
mit dem Taschentuch von der Stirn wischt und wegläuft 

Seine Engel schweigen; aber 
20 sie werden die Arbeit, eine neue 
Scheibe zu schneiden, zu kitten, 
morgen heimzahlen beim Aufflug.

SYNOPSE aller Fassungen:
Infos
  • Besonderes: Bräunliches Papier; Blatt beidseitig beschrieben; Überarbeitung (D): 8.12.1957
  • Letzter Druck: GEDICHTE 1960
  • Textart: Verse
  • Datierung: vollständig
  • Fassung: Zwischenfassung
  • Schreibzeug: Bleistift
  • Signatur: A-5-d/02_018
  • Seite / Blatt: 03r/v