Entstanden: 18. November 1957

Die Engel öffnen zwar zuweilen sein Glashaus,
aber nur, um ihn sehr schnell in die Lüfte 
zu tragen, sodass ihn beim Aufstieg oft die Zweige der Wipfel 
schmerzhaft peitschen 
05 und er fürchtet, 
gleich in die Öllache vor der Tankstelle hinunter zu stürzen. 

Dort hupt man, dort ruft man 
und hört nicht den Zank, 
den die Nachbarsengel mit seinen Engeln aufrühren, 
10 die dann, allzu heftig auf- und abfahrend und zerrend, 
ihn wirklich fallen liessen, beinahe. // 02v

Und wieder drinnen im Glashaus zerschlägt er, 
wenn er die Hand hebt, 
um einen, der draussen vorbeigeht, zu grüssen, 
15 in seiner Freude die Wand 
und wirft ihm die Scherben 
grad ins Gesicht, 
sodass dieser wegläuft 
und sich mit dem Taschentuch das Blut von der Stirn wischt. 

20 Seine Engel sagen zwar nichts: aber werden 
sie ihm die Arbeit, eine neue 
Scheibe zu schneiden, zu kitten, 
nicht schon morgen mit heftigem Fahren und Zerren 
heimzahlen, beim nächsten Spazierflug?

SYNOPSE aller Fassungen:
Infos
  • Details: V. 03 Emendation: ihm → ihn
  • Besonderes: Bräunliches Papier; Blatt beiseitig beschrieben
  • Letzter Druck: GEDICHTE 1960
  • Textart: Verse
  • Datierung: vollständig
  • Fassung: Zwischenfassung
  • Schreibzeug: Bleistift
  • Signatur: A-5-d/02_018
  • Seite / Blatt: 02r/v