Entstanden: 28. November 1957

„Glaubst du, dass ich,
weil ich im Buschhemd und in 
Farmerhosen am Abfallkorb lehne, 
in der Hand eine angegessne Banane, 
05 glaubst du, dass ich deswegen 
nahbarer bin als andere Engel?“

Der Geheimrat dachte sofort, 
als er ihn von seiner weissen 
Bank aus unter Kindern und strickenden Müttern 
10 hinten im Park stehen sah:
dass dieser gekommen war in den Sonntag, 
ihm seine Heilung zu bringen. // 05v

Gewiss war es ihm, als die Sonne den Nebel 
fester umnahm und die Kinder entglitten: 
15 Da blieb jener zwischen den schweren 
Todkastanien stehen, 
obwohl es anfing zu rieseln 
und auch das Mädchen, 
das zwischen den Bänken 
20 verlegen lang schon auf- und abging, 
sein Rad nahm und wegfuhr. 

Als er jetzt, keuchend 
von Asthma, herankam, 
lachte der Engel und streckte 
25 ihm die Banane entgegen. 
Aber die Füsse, nein, liess er nicht küssen, 
wenn auch der Stock des Geheimrats 
schon auf der Erde // 06
lag und er sich zu knien anschickte 
30 – ungeachtet ,des Saums 
seines Sonntagsmantels, 
der in den Sand sank – .

Und es regnete sehr stark: Der Engel 
hob ihn auf und steckte 
35 ihm in den Mund den ganzen Rest der Banane.

SYNOPSE aller Fassungen:
Infos
  • Besonderes: Bräunliches Papier; Blatt 05 beidseitig beschrieben
    Überarbeitung (D): 7.12.1957
  • Letzter Druck: Unpubliziert
  • Textart: Verse
  • Datierung: vollständig
  • Fassung: Zwischenfassung
  • Schreibzeug: Bleistift
  • Signatur: A-5-d/02
  • Seite / Blatt: 05r/v, 06