Entstanden: 11. April 1957

„Einen Sohn will ich
– Warum könnte ichs nicht, da meine Mutter es konnte? – 
in meinem Leib tragen 
und ihm im innerlichen Gespräch 
05 die geheime Schatulle eröffnen, 
die den Stab birgt, mit dem ich 
zum Singen bringe die Hunde
und zum Lachen 
die steinernen Bilder auf dem Sims des Palastes, 
10 und ihn dann, den Erben, gebären.“

Spricht der Kaiser 
und kotzt in das Goldtuch, 
das die Ärzte eben noch untergebreitet, 
mit Blut und vielem Unrat den Frosch. // 03v

15 Aber obwohl ihn eine grosse Prozession 
der Vestalen und aller Priesterschaften geleitet 
in die Kammer am Tor der äusseren Mauer, 
wird er schon bald, 
am Tag, wo man den Kaiser, feiste, blutige Qualle, 
20 aufgeschlitzt findet im Kot 
von den Römern in Stroh und Reisig verbrannt, 
der Frosch verbrannt in lodernder Angst von den Römern.

SYNOPSE aller Fassungen:
Infos
  • Besonderes: Bräunliches Papier; Blatt beidseitig beschrieben
  • Letzter Druck: Unpubliziert
  • Textart: Verse
  • Datierung: vollständig
  • Fassung: Zwischenfassung
  • Schreibzeug: Bleistift
  • Signatur: A-5-d/02_014
  • Seite / Blatt: 03r/v