Entstanden: 25. April 1957

Wachtraum eines Schülers vor dem von Glühlampen umkränzten Madonnenbild, das jährlich
am 8. Dezember vor den versammelten Gymnasiasten der „Grossen
marianischen Kongregation“ im Chorgewölbe der Luzerner Jesuitenkirche schwebt.

Sie fährt in ihrer Angst aus elektrischen Lämpchen
durch das Gespensterlabyrinth des Gehirns 
und fährt gleich auf den Zahnarzt und macht 
ihn aufstehn und neu sausen den Bohrer im Nerv. 

05 Sie leuchtet im Winkel die graue 
Hand des Lehrers an, die eben 
die Lateinarbeit schlachtet. 
Und die feuchte Sorge um die Versetzung im Frühjahr 
wischt ihr übers Gesicht. // 03v

10 Es braucht jetzt nur noch das Tier dort 
sich stöhnend zu recken, 
und sie schwankt 
zurück in den Altarraum. 

Aber leider genügen die Phrasen des Mönchs: 
15 „O unbefleckt Empfangene du …“
nicht mehr, sie zu beruhigen. 
Zwei Glorienstrahlen sind schon erloschen; 
für den Rest ist höchstens noch Hoffnung, 
wenn der Küster die Sicherung wechselt. 
20 Und man fürchtet bereits, es liegt an den Lampen.

SYNOPSE aller Fassungen:
Infos
  • Details: Untertitel: Emendation: umkränzte → umkränzten
  • Besonderes: Bräunliches Papier; Blatt beidseitig beschrieben; Fortsetzung 3.5.1957
  • Letzter Druck: Unpubliziert
  • Textart: Verse
  • Datierung: vollständig
  • Fassung: Zwischenfassung
  • Schreibzeug: Bleistift
  • Signatur: A-5-d/02_012
  • Seite / Blatt: 03r/v