„Glaubst du, dass ich,
weil ich im Buschhemd und in zerrissenen
Farmerhosen am Abfallkorb lehne,
eine Banane angegessen hinterm Rücke versteckt,
05 glaubst du, dass ich deswegen berührbarer bin als andere Engel?“
Der Geheimrat dachte sofort,
als er ihn von weitem sah,
von einer weissen Bank aus,
wie er hinten im Park stand
10 unter Kindern und scheltenden Müttern:
dass dieser gekommen war in den schläfrigen Sonntag,
ihm seine Heilung zu bringen.
Gewiss wars ihm dann,
als die Sonne den Nebel fester umnahm
15 und die Kinder entglitten: // 01v
da blieb jener drüben zwischen den schweren
Todkastanien stehen,
obwohl es schon anfing zu rieseln
und auch das stupsnasige Mädchen,
20 das zwischen den Bänken hartnäckig
verlegen lang schon auf- und abging,
sein Rad nahm und wegfuhr:
um dem Duft von schlechter
Seife und Parfüm zu entfliehen,
25 hatte der Geheimrat die Bank schon dreimal gewechselt –
Als er jetzt langsam herankam,
lachte der Engel und streckte ihm die Banane entgegen:
Aber die Füsse, nein, die liess er nicht küssen,
obwohl der Geheimrat
30 schon den Stock auf den Boden
gelegt hatte und sich anschickte, zu knien,
ungeachtet, dass der Saum seines schwarzen // 02
Sonntagsmantels in den Kies,
in den Sand sank;
35 und es regnete jetzt sehr stark:
Der Engel hob ihn auf und steckte
ihm in den Mund den ganzen Rest der Banane. –


