Über das von Glühlampen umkränzte Madonnenbild, das am 8. Dezember
vor den versammelten Schülern im Chorgewölbe der Luzerner Jesuitenkirche schwebt.
Sie fährt in ihrem Kranz aus elektrischen Lämpchen
durch die Gespensterbahn des Gehirnlabyrinthes:
und stösst jäh auf den Zahnarzt,
der aufsteht und den Bohrer neu in den schreienden Schmerz gräbt.
05 Sie leuchtet in ihrem Winkel die graue
Hand des Lehrer an, die eben die Lateinarbeit (blutrünstig) rötet.
Und feucht wischt ihr übers Gesicht
die Angst um die Versetzung im Frühjahr.
Es braucht jetzt nur noch das Tier dort sich zu recken,
10 purpurn zu stöhnen:
und sie kehrt zurück in den Altarraum. // 01v
Aber leider beruhigt sie sich nicht unter den Phrasen des Mönchs:
„O unbefleckt Empfangene du …“
Zwei Glorienstrahlen sind schon erloschen.
15 Für den Rest ist höchstens noch Hoffnung
wenn der Küster die Sicherung wechselt.
Aber man fürchtet schon, es liegt an den Lampen.

