Entstanden: 06. September 1953

Hinter dem Hafen
heb ich am Schatzhaus des Königs 
den einen Stein aus der Mauer, 
dass ich trage 
05 und schaffe vom Gold 
einen vollen Scheffel 
nächtlicherweile hinweg, 
und füge den Stein zurück in die Mauer. 

Und immer des Morgens 
10 tritt durch die Tür, die unverletzte, der König, 
und findet gemindert sein Gold, 
weil er nicht weiss, 
dass ich allnächtlich 
hebe heimlich den Stein, 
15 den einen Stein aus der Mauer 
und schaffe vom Gold 
einen vollen Scheffel hinweg. 

Und wenn er einmal entdeckte 
den herausgebrochenen Stein, 
20 wenn er mich fände und fasste, 
ich weiss, ich stürbe am Kreuz. // 03

Aber schon ist wieder Abend, 
wohlan ich hebe von neuem 
den einen Stein aus der Mauer, 
25 dass ich trage 
und schaffe vom Gold 
einen neuen Scheffel hinweg 
aus dem Schatzhaus des Königs 
heimlich hinter dem Hafen.

SYNOPSE aller Fassungen:
Infos
  • Besonderes: Verso: Typoskript (Die verirrten Tauben, durchgestrichen / Sebastian Franck, S. 65)
  • Letzter Druck: Unpubliziert
  • Textart: Verse
  • Datierung: vollständig
  • Fassung: Zwischenfassung
  • Schreibzeug: Bleistift
  • Signatur: A-5-c/05_031
  • Seite / Blatt: 02, 03