Alemannische Gedichte 1985

(= Abgewandt Zugewandt — Zweiter Teil: Alemannische Gedichte)
Titel: Abgewandt Zugewandt / Neue Gedichte / Hochdeutsch und Luzerner Alemannisch
Verlag: Ammann Verlag AG, Zürich (1985)
Druck: Benziger AG, Einsiedeln
Inhalt: 36 Mundart-Gedichte (+ 52 hochdeutsche Gedichte + Essay)
Textträger: Kartoniertes Bändchen mit Umschlag-Porträt, Spaltentexte, 128 Ss;
S. 5-61 Hochdeutsche Gedichte; S. 63-102 Alemannische Gedichte, S. 104-122 Nachwort über das schweizerische Sprachdilemma
Vorstufen: Notizbuch 1979-82, Manuskripte 1979-1983, Typoskripte 1983
Kommentar: Zur Entstehung der Publikation vgl. Raebers Typoskript Zur Entstehung
Umschlag vorn mit Autoren-Porträt (R. Hilgering)
Druckvorstufen
A-5-h/04 – Typoskripte
Titelblätter + Nachwort ("Vortyposkript")
Dossier 1: ABGEWANDT ZUGEWANDT – Zur Entstehung (4 Kopien)
Dossier 2: Abteilungstitel (2 Kopien) + Inhaltsverzeichnis (wie A-5-h/05_001)(Die ersten achtzehn Gedichte entstanden zwischen dem 7. Dezember 1980 und dem 11. Februar 1981, noch während ich an "Vor Anker" arbeitete, der Rest nach Beendigung des Stücks seit dem 18. September 1981.Zum Essay über das schweizerische Sprachdilemma machte ich neben der Arbeit an den Gedichten fortwährend Notizen, die Erstfassung schrieb ich dann zwischen dem 14. Juli und dem 25. August 1982. Die Schlussfassung wurde am 25. Februar 1983 beendet.)
Dossier 3: Buchtitel (3 Durchschläge)
Dossier 4: Nachwort (Typoskript mit Direktkorrekturen und hs Korrekturen; von Hand numeriert S. 2-20, datiert 25.2.1983; S. 1 ausgelagert in Dossier 5. Kopie in Dossier 5 und A-5-h/05_017)
Dossier 5: - Bl. 1 (Beginn Nachwort; Typoskript; vgl. Doss. 4, Titel hs ergänzt: Hochsprache und Dialekt – ein schweizerisches Problem)
- Bl. 2ff. Nachwort, pag. S. 1-20 (Kopie von Do.. 4, mit weiteren Bleistiftkorrekturen, vermutlich von fremder Hand, im Druck nicht berücksichtigt.
Dossier 6: Nachwort (Kopie wie Doss. 5); ebenso Dossier 7 und 8.
A-5-h/05 I – Typoskripte
Fotokopien des vollständigen Typoskripts mit Titelei, Inhaltsverzeichnis, Nachwort
Dossier 1-17, pro Dossier mehrere Blätter
Dossier 1: Titelei
Dossier 2-9: HOCHDEUTSCHE GEDICHTE
Dossier 10: ALEMANNISCHE GEDICHTE (Titel)
Dossier 11-16: ALEMANNISCHE GEDICHTE
Dossier 17: Nachwort (S. 97-116)
Roter Umschlag: Kuno Raeber / ABGEWANDT ZUGEWANDT / (Typoskript 116 SS.)
Titel: KUNO RAEBER / ABGEWANDT ZUGEWANDT / Neue Gedichte – Hochdeutsch und Luzerner Alemannisch / Mit einem Nachwort über das schweizerische Sprachdilemma
Inhaltsverzeichnis: zweispaltig (HOCHDEUTSCHE GEDICHTE: | ALEMANNISCHE GEDICHTE:); Titel mit Raebers Paginierung versehen:
53) Frankfurt am Main I / Der Adler
55) Frankfurt am Main II / Der Vierzehnte Juli
usw.
Von Texttiteln abweichende Schreibungen:
68) Wötsche Verwötsche
83) Schtrooss
Textseiten aoR Mitte von Hand durchnumeriert: 3-56 (Hochdeutsche Gedichte), 58-95 (Alemannische Gedichte), 97-116 (Nachwort); je ein Gedicht pro Blatt (außer Frankfurt am Main I und II, Schwören, Neu York IV), längere Texte auR gedrängt;
Gedichttitel in Versalien; Zyklentitel bei jedem Zyklengedicht wiederholt:
BESCHWÖRUNG / I
BESCHWÖRUNG / II
Tilgungen im getippten Text durch xxx; manuell durch Filzstift; einzelne Korrekturen von Hand eingefügt, häufig die Änderung des Zeilenumbruchs betreffend (Abweichungen vom Drucktext werden bei der Wiedergabe des Erstdrucks angegeben).
Besonderheiten der Schreibung: überall schweizerisches ss für ß (Strasse), i-Diphtong bei Mundartgedichten (Liëcht) als ië (ö, durch e überschrieben o. umgekehrt); ië nicht in den Druck übernommen
A-5-h/05 II – Typoskripte
Kopien wie I, gleicher roter Umschlag, gleiche Dossier-Anordnung
Dossier 18-32, gleiche Aufteilung wie I
A-5-h/06 – Typoskripte
Kopien wie A-5-h/05, Dossier 1-13 gleich angeordnet, 14-16 in Dossier 14 zusammengefasst, Dossier 15 (Nachwort), Dossier 10 zusätzlich eingeschoben für Zwischentitel
Blassroter Umschlag: Abgewandt Zugewandt / (Druckmanuskript) / (116 SS.) / Kuno Raeber, Ainwillerstrasse 1, D-8000 München 40 / Tel 004989 /39 3351
Manuelle Einfügung von Titeln bei einigen Zyklengedichten: Beschwörung I (DIE KUGEL), New York IV (SAUGEN), New York V (HÄUTE), New York VI (DIE PYRAMIDE) ev. erst nachträglich, und dann auch in die Korrekturbogen übertragen, aber nicht in den Druck übernommen.
A-5-h/07 – Druckmanuskript (für Textwiedergabe verwendet)
Durchschläge (z.T. Kopien) der Typoskripte von A-5-h/0, mit satztechnischen Auszeichnungen und gestempelten Blattnummern (00001-00119); Titelei vom Verlag; oben Paginierung durch Raeber (3-116).
- Dossier 1-9 HOCHDEUTSCHE GEDICHTE (wie A-5-h/05),
- Dossier 10-13 ALEMANNISCHE GEDICHTE (ohne sep. Titelei)
- Dossier 14 Nachwort.
Besonderheit: diphtongiertes "ië" bei den Mundartgedichten als überschriebenes "iö" dargestellt, z. t. mit Bleistift (Setzer) zu "ie" korrigiert (vgl. v.a. bei SCHTROOSS); auch Verdeutlichungen mit Bleistift
A-5-h/08
8 Dossiers mit ausgewählten Kopien: 11, 15, 16, 18, 19, 21, 22, 26, 28, 30, 31, 34, 35, 36, 40, 46-51, 61, 63, 64, 65, 66, 68-73, 76, 77, 80-83, 88, 89, 92, Nachwort
Roter Umschlag
Dossier 2:
Inhaltsverzeichnis mit hs Angaben von Zeitschriften (NZZ: 3, 9, 22, 26, 30, 33 (durchgestrichen), 37 (durchgestrichen), 40, 51, 64, 70 (durchgestrichen), 72, 83 (durchgestrichen), 89, 92; FAZ: 4, 6, 8, 38, 39, 41, 42, 43, 44, 45)
Durchschlag: Zur Entstehung
A-5-h/09 – Korrekturbogen
Roter Umschlag: Abgewandt Zugewandt / (mit handschr. Vorbemerkung) / (Probeabzug?)
Je 2 nebeneinander abgesetzte Seiten pro A4-Blatt, mit definitivem Satz und Seitenzählung (6-61, 65-100, 102-121). Im Mundart-Teil wird die ss-Schreibung beibehalten, ië hingegen in ie aufgelöst, wodurch es mit dem langen i (ie) zusammenfällt.
Handschriftliche Korrekturen, auch z. T. Eintragung der schon im Typoskript eingefügten zusätzlichen Titel (S. 41 Saugen, S. 44 Häute).
Anpassung der Gedichttitel an Spaltenformat
Einzelne Korrekturen:
S. 7 BESCHWÖRUNGEN → BESCHWÖRUNG
S. 13: Hacke → Jacke
S. 40: Zypresse jedoch → Zypresse
S. 41: nirgendwo aber → nirgendwo
S. 80: e d Hofchele ome → om d Hofchele ome
S. 95: nämlich → nämlech
S. 102: töndsi → töndsdi / de töndsdi → töndsi
Inhaltsverzeichnis: definitive Seitenzahlen; Korrektur: Rom IV-6 → Rom IV-V
Notat auf Blatt HOCHDEUTSCHE GEDICHTE (verso):
Dialektproblem seit Kindheit. Wie heisst es? Heftige Abneigung dagegen. Dann, in der langen Abwesenheit, Nachdenken. Vergleichen. Veränderung der Welt. Weltkultur statt Nationalkultur. Als Gegenbewegung Rückzug ins Lokale. Darüber nachher anhand des Nachworts. Für mich persönlich aber auch ein Zurücktauchen in die Kindheit, in eine Erinnerung an etwas, das es so natürlich nie gab Reinkarnation? Erinnerung an ein früheres Leben. Grotesk und absurd auch. Die Ängste der Kindheit. Abgewandt + Zugewandt
A-5-h/10 – Kontrollabzug vom Film
30 A3-Blätter, Computerausdruck vom 1. März 1985 mit Zeilenzähler; Titelkorrektur: Mit einem Essay → Nachwort
Inhaltsverzeichnis ohne Seitenangaben; Korrektur: em Empire State → am Empire State
Zyklentitel bei Einzelgedichten wiederholt
Sp. 4 Titel: Beschwörungen → Beschwörung / Untertitel (Die Kugel) gestrichen
Sp. 27 Alemanische Gedichte → Alemannische Gedichte
Sp. 28 was gorgelet → wes gorgelet (Lose ond luege, V. 02)
Sp. 34 ond meht → ond met (Pfadfender, V. 10)
Sp. 42 töndsi → töndsdi (Amschterdam, V. 21)
Klappentext (vorn):
Dieses Gedichtbuch ist in zweierlei Hinsicht ungewöhnlich: einmal versammelt Kuno Raeber darin neue hochdeutsche Gedichte, zum andern treten zu diesen, und durchaus eigenständig, Versuche des Autors in seiner Mundart, dem Luzerner Alemannischen, hinzu.
Seit vier Jahren beschäftigt sich Kuno Raeber mit der Mundart und experimentiert mit ihr für seine künstlerische Botschaft. Diese Mundarttexte sind nicht nur Übersetzungen der hochdeutschen Gedichte, es sind vielmehr dichterische Gebilde, die nur so und in dieser Sprache verfasst werden wollen.
So sind in Abgewandt Zugewandt zwei Gedichtbücher vereinigt, in zwei Sprachen geschrieben, die miteinander den Autor gemeinsam haben, deren Welt zwar dieselbe und doch nicht die eine ist. Was unserm Buch den Titel gibt, das Bild des Abwendens und des Zuwendens, das thematisiert der Autor in seinem Nachwort über das schweizerische Sprachdilemma, was hier stellvertretend für andere Regionen des deutschen Sprachraums gelesen werden kann.
Tages-Anzeiger, 27.6.1985
(mit Abdruck von Abgewandt Zugewandt und Neu York IV)
Dialekt, Schriftsprache, Nation
Der in München lebende Schweizer Schriftsteller Kuno Raeber hat in diesem Frühjahr einen Gedichtband vorgelegt, der in zweierlei Hinsicht ungewöhnlich ist. Zum einen vereinigt er hochdeutsche und Gedichte in Luzerner Mundart. Zum anderen enthält er – sozusagen als eigenständiges drittes Kapitel – ein lesenswertes und, zumindest in seinem deskriptiven Teil, auch ebenso informatives wie scharfsichtiges «Nachwort über das schweizerische Sprachdilemma»: Sprachtheorie und artistische Sprachpraxis in einem Buch, vereinigt unter einem sphinxhaften Doppeltitel, der auf inhaltliche Spannung und ästhetischen Reiz hindeuten will.
Die hochdeutschen Gedichte sind auffällig mit Welt und Geschichte aufgeladen. New York, Rom, Frankfurt, der Punische Krieg sind die Stationen, die von der poetischen Imagination begangen werden. Mitunter bedienen sie sich einer für mein Empfinden zu modernistischen Attitüde, des Sprachgestus einer Avantgarde, die schon ein wenig verstaubt wirkt. Sie sind befrachtet mit den Signalwörtern abendländischer Kultur und brechen ihre Zeilen gerne gegen den Duktus des Sprachverlaufs. Die kürzeren Gedichte – etwa jene über Rom – bestechen durch ihre Verdichtung, andere Stücke wirken auf mich rhetorisch spröde und prosaisch.
Anders die Dialektgedichte. Die dürfen ihre Zeilen häufiger bis zum Ende auslaufen. Aus «New York» wird «Neu York», und Weltläufigkeit schrumpft noch an den entferntesten Orten («Escorial», «Amschterdam») zur Reise in einen begrenzten alemannischen Kosmos. Naive Beharrung statt endzeitlicher Weltklugheit: Das andere Idiom erzeugt offenbar sein eigenes Klima.
Die Kluft zwischen gehörter und gelesener, gesprochener und geschriebener Sprache endlich zu überwinden, empfiehlt Raeber in seinem Nachwort. Und er nennt auch […] das Mittel: die Ersetzung der bisherigen, ungeliebten Schriftsprache durch den Dialekt. […]
Jochen Kelter
Was tosch em Eschtrich
omeschneugge e dene
gwagglige Chäschte wo d Töre
wemmer si ufmacht tönd giepsche?
05 Fendsch nümeh ond went deh
am Ändi emene Chaschte
doch no öppis wördsch fende de wärs
dis Titti weisch no
de Lieslopf oni
10 Hoor ond met läre
Auge ond went au
d Töre grad weder tätisch
zuemache s wörd der vo deh a wo d schtohsch
tödele ond wo d gohsch
15 tödele wörds der vo deh a.
- Details
- Konvolut: Alemannische Gedichte 1985
- Letzter Druck: Abgewandt Zugewandt 1985
- Textart: Verse
- Datierung: pauschal (Konvolut)
- Fassung: Letzte Fassung
- Mundart: ja
- Seite / Blatt: 77
- Textnummer: 065
- Werke / Chronos: Bd.1, 367
Muesch doch ned Angscht ha
ech be be dehr
ha dech heschs nonig gseh
gärn emmer meh.
05 Ech ha au öppis do
das tued der guet:
Ghörsch ned wes chlöpfelet
s well dine Chommer ha
das tued der schüli guet
10 gschpörsch ned wes böpperlet
läng emol a.
- Details
- Konvolut: Alemannische Gedichte 1985
- Letzter Druck: Abgewandt Zugewandt 1985
- Textart: Verse
- Datierung: pauschal (Konvolut)
- Fassung: Letzte Fassung
- Mundart: ja
- Seite / Blatt: 78
- Textnummer: 066
- Werke / Chronos: Bd.1, 368
Wenner use
chrableti usem Tömpel
use ond ufe
a Rand chäm ond wit osse em Meer ofem blaue
05 Wasser es blaus
Sägel gsäch onderem blaue
Hemel
we chönt deh de Chräbs no
zrogg ond abe chrable
10 vom Rand e Tömpel abe ond Chräbs
blibe ond hocke
blibe em Tonkle
we chönter?
- Details
- Konvolut: Alemannische Gedichte 1985
- Letzter Druck: Abgewandt Zugewandt 1985
- Textart: Verse
- Datierung: pauschal (Konvolut)
- Fassung: Letzte Fassung
- Mundart: ja
- Seite / Blatt: 79
- Textnummer: 067
- Textverweis: Meerkrebs
- Werke / Chronos: Bd.1, 369 / Dieses enorme Gedicht, 216
Die selbrige Chöpf
ond die goldige Chöpf
ond die gläsige Chäschte
use träge us de
05 Hofchele use ond ufe
träge ofs Wäsmäli ufe
ond abe träge vom Wäsmäli abe
ond ome träge e d Hofchele ome
ond nome guet luege dezue
10 ond jo ned lo gheie:
Use us de selbrige Chöpf
ond use us de goldige Chöpf
ond use us de gläsige Chäschte
d Chnöchäli vom heilige Moretz
15 ond vom heilige Leodegar
jo ned use lo gheie.
Ond use ond ufe ond abe ond ome
ond nome guet luege dezue
ond jo ned lo gheie.
- Details
- Konvolut: Alemannische Gedichte 1985
- Details:
V. 08: Korrektur in den Korrekturbogen: e → om d Hofchele ome
Alle andern Textzeugen haben aber e d Hofchele ome (vermutlich im Sinn von in die Hofkirche zurück) - Letzter Druck: Abgewandt Zugewandt 1985
- Textart: Verse
- Datierung: pauschal (Konvolut)
- Fassung: Letzte Fassung
- Mundart: ja
- Seite / Blatt: 80
- Textnummer: 068
- Werke / Chronos: Bd.1, 370 / Dieses enorme Gedicht, 277
Schwöre to nor
schwöre bem heilige
Leodegar ond bem
heilige Felix ond bem
05 heilige Joscht ond be de
Bluetstropfe vo
Willisau ond bem
Heiligchrüz jo ond au no
bem Heiligchrüz jo
10 schwöre to nor emmer
schwöre bem heilige
Hus em Hergiswald obe ond bem
heilige Franz dobe
ofem Balke öberem
15 heilige Hus em
Hergiswald obe jo
schwöre to nor emmer
schwöre ond au no be allne
arme Seele dobe em
20 Hergiswald be de arme
Seele wo alli
tönd brönne wo alli
dobe em Hergiswald em
Fägfür tönd brönne to
25 nor schwöre nor emmer
schwöre ond au no wenn alles
abverheit ond wenn alles
lätz esch be de Mondschtei jo
au no be de Mondschtei
30 denne em Beregger-
wald jo zmetzt- // 082
enne em Bereggerwald jo
to schwöre to nor
z gueter letscht au no
35 schwöre of d Mondschtei
zmetzt of de Liechtig zmetzt
em Bereggerwald wo no niemer
gfonde hed ond wo no niemer
gseh hed jo to nor
40 schwöre to nor emmer to
nor emmer schwöre.
- Details
- Konvolut: Alemannische Gedichte 1985
- Letzter Druck: Abgewandt Zugewandt 1985
- Textart: Verse
- Datierung: pauschal (Konvolut)
- Fassung: Letzte Fassung
- Mundart: ja
- Seite / Blatt: 81, 82
- Textnummer: 069
- Werke / Chronos: Bd.1, 371-372
Aber das schmöckt scho
vo ganz wit hende
füre usem
Götschwald ond usem
05 Littauerwald hende före
schmöckts emmer feschter
noch Rauch ond of einisch
of einisch gsehschs Für ond
gsehsch d Lüt oms Für ome
10 we si Escht tönd
ine rüere es Für ond emmer
meh Escht tönd si ine
rüere wit ome heds scho
kei Schnee meh die töre
15 Escht we si tönd brönne wie
si tönd brönne s werd Zit
s werd höchschti
Zit jetz dass gohsch schontsch
gsehndsdi schontsch
20 gsehndsdi zletscht no
ond chömid.
- Details
- Konvolut: Alemannische Gedichte 1985
- Letzter Druck: Abgewandt Zugewandt 1985
- Textart: Verse
- Datierung: pauschal (Konvolut)
- Fassung: Letzte Fassung
- Mundart: ja
- Seite / Blatt: 83
- Textnummer: 070
- Werke / Chronos: Bd.1, 373
Ond deh ane Baum
aponde met tecke
Schnüere aponde ganz fescht
ond d Handglänk gschwolle
05 ond d Fuessglänk
ganz teck
gschwoIIe ond rot.
Ond deh met
Farechrut gschlage
10 ond met Brönnessle gschlage
ond met Buechezweig gschlage
ond gschlage ond gschlage.
Ond deh wenns
itonkIet eifach
15 fortgange ond eifach
schtoh glo a Baum
aponde ond
es Für onder de Füesse.
- Details
- Konvolut: Alemannische Gedichte 1985
- Letzter Druck: Abgewandt Zugewandt 1985
- Textart: Verse
- Datierung: pauschal (Konvolut)
- Fassung: Letzte Fassung
- Mundart: ja
- Seite / Blatt: 84
- Textnummer: 071
- Werke / Chronos: Bd.1, 374 / Dieses enorme Gedicht, 269
Ond d Berewegge ond
d Läbchüeche do chantsch
lang go gigele öber die
marmorige Ängel ond we si
05 tönd früre em Schnee
fascht blott ond nome
meteme Hömmli
a ond d Berewegge ond
d Läbchüeche do chantsch
10 tampe do chantsch
pressiere die
marmorige Ängel die
chömid die
tühssälid henderder noche
15 ond lönd ned logg ond
d Berewegge ond
d Läbchüeche jo
mer ghört di scho charchle.
- Details
- Konvolut: Alemannische Gedichte 1985
- Letzter Druck: Abgewandt Zugewandt 1985
- Textart: Verse
- Datierung: pauschal (Konvolut)
- Fassung: Letzte Fassung
- Mundart: ja
- Seite / Blatt: 85
- Textnummer: 072
- Werke / Chronos: Bd.1, 375
Ond deh ond deh mos mer nömme
go Zobig näh ond mos nömme bem Doney
Chäschüeche ond Mohrechöpf ässe
mer cha deh
05 eifach vom Tach
abegompe ond s macht
nüd ond s
passiert eim nüd
wenn de
10 Wend chond ond wenn de Räge
vom Palatin öbere
chond öbere Corso mer cha deh
eifach abegompe vom Tach
ond de Wend
15 fod eim uf ond treid eim ond
treid eim lislig
ond höch öber alles
ewägg. Deh chönd die
Purschte det onde off de
20 Piazza Navona no so
haleegere deh
cha die Frau det ofem Campo
no so lut geitsche
ond deh
- Details
- Konvolut: Alemannische Gedichte 1985
- Letzter Druck: Abgewandt Zugewandt 1985
- Textart: Verse
- Datierung: pauschal (Konvolut)
- Fassung: Letzte Fassung
- Mundart: ja
- Seite / Blatt: 86
- Textnummer: 073
- Textverweis: Rom / V
- Werke / Chronos: Bd.1, 376
Was wotsch
ometschomple em Räge ond hesch
nass a de Füesse ond hesch
chalt a de Wade
05 was wotsch
ometschomple zmetzt e de Nacht
ond niemer meh esch
ome nor Auto
schprötzid eim a ond drondert
10 onderem Tschope
onderem Hömmli de
Worm wo
bohret ond biesst ond dorom
mosch emmer no witer
15 tschomple aber det äne
lueg onder de Bösche
tüends scho d Zweig
abschnide lueg
si tüendsi scho schele
20 was wotsch?
- Details
- Konvolut: Alemannische Gedichte 1985
- Letzter Druck: Abgewandt Zugewandt 1985
- Textart: Verse
- Datierung: pauschal (Konvolut)
- Fassung: Letzte Fassung
- Mundart: ja
- Seite / Blatt: 87
- Textnummer: 074
- Werke / Chronos: Bd.1, 377
Einisch weder
einisch metenand ned ufe
Schembrig ond ned
of d Schratteflue ufe die
05 schpetzige Schtei die
Blotere a de Füesse nei norne
of d Chelenegg metenand
weder einisch ufe die wiesse
Blueme zom Blose ond d Hommle
10 brommligi Elefante
d Heuschtöffel grüeni
Giraffe ond lang
lang schlofe mer weis
ned was för Zit esch ond öppe
15 einisch en Flüger vom Meer
chonder är esch
grad no vorig höch obe
öbere gfloge
öber
20 d Principessa Mafalda.
- Details
- Konvolut: Alemannische Gedichte 1985
- Details: V. 15 Typoskript 1983: en→ e Flüger
- Letzter Druck: Abgewandt Zugewandt 1985
- Textart: Verse
- Datierung: pauschal (Konvolut)
- Fassung: Letzte Fassung
- Mundart: ja
- Seite / Blatt: 88
- Textnummer: 075
- Werke / Chronos: Bd.1, 378
Dä Chäswäje
wo doch e mehr esch
wo doch ned e dehr esch
ech gebe der öppis devo
05 mer tüendne
metenand ässe
ond nochethär laufed-
mer metenand ine
e Ofe
10 ond setzid ofs Bläch
ond hend no
de Gu vom
Chäswäje em Mul
d Hetz vom
15 Chäswäje onderem Födli ond deh
gohts nömme lang ond mer wärdid
bachet: zo was
förme Wäje ond wer
hed Gloscht zom üs ässe?
- Details
- Konvolut: Alemannische Gedichte 1985
- Letzter Druck: Abgewandt Zugewandt 1985
- Textart: Verse
- Datierung: pauschal (Konvolut)
- Fassung: Letzte Fassung
- Mundart: ja
- Seite / Blatt: 89
- Textnummer: 076
- Werke / Chronos: Bd.1, 379