Der heilige Sebastian

Synopse

  • Der heilige Sebastian

    Notizbuch 1955-57 — Entstanden: 22. Mai 1956

    Wer es vermöchte,
    dich hinauszuführen, zum Schilf,
    wo der bärtige (Fluss)gott einen Augenblick
    innehielte mit dem Ausgiessen seines Tonkrugs,
    05um, wenn auch vergeblich, zu entdecken,
    warum du hier leidend am Baum stehst:
    wer dies vermöchte
    dem bliebe erspart<,> in dem grossen,
    ausgehöhlten Lapislazuli der Kirche
    10aufzuzucken unterm Schwirren
    eines jeden einzelnen Pfeils
    der aus dem Hinterhalt der Beter
    deinen Leib trifft. // 093
    Dort draussen schwingen die Engel
    15sich herab von den Zweigen
    und trocknen mit Linnen dein Blut,
    sodass mehr noch und stummer der Greis staunt:
    wenn er dich noch erkännte, mit Mühe,
    so sicher nimmer die fremden Mitleidsirenen, 
    Luftgeister, Fügeldryaden.

  • P. P. Rubens: Der heilige Sebastian (A)

    Manuskripte 1957 — Entstanden: 21. Februar 1957

    Wer es vermöchte
    dich hinauszuführen zum Schilfufer,
    wo der bärtige Gott innehielte einen Moment
    im Ausgiessen des Flusskrugs,
    05um, wenn auch umsonst, zu entdecken,
    warum du hier stöhnend am Baum stehst:

    Wer dies vermöchte,
    dem bliebe erspart, in dem grossen
    gehöhlten Lapislazuli der Kirche
    10aufzuzucken unter dem Schwirren
    eines jeden einzelnen Pfeils,
    der aus dem Hinterhalt der Beter
    deinen Leib trifft.

    Dort draussen schwängen die Engel
    15sich von den Zweigen, zu trocknen // 01v
    mit Linnen dein Blut,
    sodass grösser und stummer noch stünde das Staunen des Greises:
    wenn er dich auch endlich erkännte, mit Mühe,
    so doch kaum je die Mitleidsirenen,
    20Luftgeister, Flügeldryaden.

  • Peter Paul Rubens: Der heilige Sebastian (B)

    Manuskripte 1957 — Entstanden: 31. März 1957

    Wer es vermöchte
    dich hinauszuführen zum Schilfplatz,
    wo der bärtige Greis innehielte einen Moment
    im Ausgiessen des Flusskrugs,
    05um, wenn auch umsonst, zu entdecken,
    warum du hier stöhnend am Baum stehst:

    Wer dies vermöchte,
    dem bliebe erspart, in dem grossen
    gehöhlten Lapislazuli der Kirche
    10aufzuzucken unter dem Schwirren
    eines jeden einzelnen Pfeils,
    der aus dem Hinterhalt der Gebete
    deinen Leib trifft. // 02v

    Dort draussen schwängen die Engel
    15sich von den Zweigen, zu trocknen
    mit Linnen dein Blut,
    sodass stummer noch stünde das Staunen des Greises:
    wenn er dich auch endlich, mit Mühe, erkännte,
    so erkännten dich kaum je die erschreckten
    20Luftgeister, Flussfrauen, Dryaden.

  • Peter Paul Rubens: Der heilige Sebastian (C)

    Manuskripte 1957 — Entstanden: 19. April 1957

    Wer es vermöchte, 
    dich hinauszuführen zum Schilfplatz,
    wo der schlammbärtige Greis einen Moment
    innehielte im Ausgiessen des Flusskrugs,
    05um, wenn auch umsonst, zu entdecken,
    warum du hier stöhnend am Baum stehst:

    Wer dies vermöchte,
    dem bliebe erspart, in der Lapislazulihöhle der Kirche
    aufzuzucken unter dem Schwirren
    10eines jeden einzelnen Pfeils
    der aus dem Hinterhalt der Gebete
    deinen Leib trifft. // 03v

    Dort draussen schwängen die Engel
    sich von den Zweigen, zu trocknen
    15mit Linnen dein Blut,
    sodass stummer noch stünde das Staunen des Greises:
    wenn er dich auch vielleicht, mit Mühe, endlich erkännte,
    so erkännten dich kaum je die verdrängten
    Luftgeister, Flussfrauen, Dryaden:
    20wer es vermöchte ….

  • Der heilige Sebastian / von Peter Paul Rubens

    Verstreutes — Publiziert: 29. Mai 1958

    Wer es vermöchte,
    dich hinauszuführen zum Schilfplatz,
    wo der schlammbärtige Greis einen Moment
    innehielte im Ausgießen des Flußkrugs,
    05 um, wenn auch umsonst, zu entdecken,
    warum du hier stöhnend am Baum stehst:

    Wer dies vermöchte,
    dem bliebe erspart,
    in der Lapislazulihöhle der Kirche
    10 aufzuzucken unter dem Schwirren
    eines jeden einzelnen Pfeils,
    der aus dem Hinterhalt der Gebete
    deinen Leib trifft.

    Dort draußen schwängen die Engel
    15 sich von den Zweigen, zu trocknen
    mit Linnen dein Blut,
    so daß noch stummer stünde das Staunen des Greises.
    Wenn er dich auch vielleicht, mit Mühe, endlich erkännte,
    so erkännten dich kaum je die verdrängten
    20 Luftgeister, Flußfrauen, Dryaden:

    Wer es vermöchte …

  • Peter Paul Rubens: Der heilige Sebastian

    Verstreutes — Publiziert: 01. Juni 1958

    Wer es vermöchte
    dich hinauszuführen zum Schilfplatz,
    wo der schlammbärtige Greis einen Moment
    innehielte im Ausgießen des Flußkrugs,
    05um, wenn auch umsonst, zu entdecken,
    warum du hier stöhnend am Baum stehst:

    Wer dies vermöchte,
    dem bliebe erspart,
    in der Lapislazulihöhle der Kirche
    10aufzuzucken unter dem Schwirren
    eines jeden einzelnen Pfeils, 
    der aus dem Hinterhalt der Gebete
    deinen Leib trifft.

    Dort draußen schwängen die Engel
    15sich von den Zweigen, zu trocknen
    mit Linnen dein Blut,
    so daß noch stummer stünde das Staunen des Greises.
    Wenn er dich auch vielleicht, mit Mühe, endlich erkennte,
    so erkennten dich kaum je die verdrängten
    20Luftgeister, Flußfrauen, Dryaden:
    wer es vermöchte …

  • PETER PAUL RUBENS: DER HEILIGE SEBASTIAN

    GEDICHTE 1960 — Publiziert: 1960

    Wer es vermöchte,
    dich hinauszuführen zum Schilfplatz,
    wo der schlammbärtige Greis einen Moment
    innehielte im Ausgießen des Flußkrugs,
    05 um, wenn auch umsonst, zu entdecken,
    warum du hier stöhnend am Baum stehst:

    Wer dies vermöchte,
    dem bliebe erspart,
    in der Lapislazulihöhle der Kirche
    10 aufzuzucken unter dem Schwirren
    eines jeden einzelnen Pfeils,
    der aus dem Hinterhalt der Gebete
    deinen Leib trifft.

    Dort draußen schwängen die Engel
    15 sich von den Zweigen, zu trocknen
    mit Linnen dein Blut,
    so daß noch stummer stünde das Staunen des Greises.
    Wenn er dich auch vielleicht, mit Mühe, endlich erkennte,
    so erkennten dich kaum je die verdrängten
    20 Luftgeister, Flußfrauen, Dryaden:

    Wer es vermöchte …